Kryptowährung: Das müsst ihr über digitale Währungen wissen

Kryptowährung

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von Alexander Kant
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Kryptowährungen sind für die einen das Zahlungsmittel von morgen und für die anderen nur Zukunftsmusik. Doch was steckt hinter der ganzen Sache? Was ist eine Kryptowährung? Gibt es unterschiedliche Kryptowährungen und wo werden sie gehandelt? Das und mehr zeigen wir euch hier.

Kryptowährungern wie Bitcoin haben längst unseren Alltag erreicht.
Kryptowährungern wie Bitcoin haben längst unseren Alltag erreicht. (Quelle: nevarpp /depositphotos.com)

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Kryptowährung?
  2. Wie funktionieren Kryptowährungen?
  3. Welche Währungen gibt es?
  4. Bitcoin
  5. Ethereum
  6. Ripple
  7. IOTA
  8. Wo werden Kryptowährungen verkauft oder gekauft?
  9. Wie wird die Entwicklung von Kryptowährungen finanziert?

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, werden als Zahlungsmittel der Zukunft gehandelt. Diese Währung gibt es nicht als Schein zum in der Hand halten oder als Münzen für das Portmonee. Denn Kryptowährungen sind digitale Währungen. Aber was ist Kryptowährung überhaupt? Wie funktionieren sie? Dies und mehr erfahrt ihr nachfolgend.

Was ist eine Kryptowährung?

Kryptowährungen haben eine gemeinsame Grundidee, die Unabhängigkeit von allen zentralen Bankensystemen. Diese Systeme sind wenig transparent und werden von einzelnen Firmen, Unternehmen oder Banken kontrolliert. Kryptowährungen sind aber das genaue Gegenteil. Sie entziehen sich der Kontrolle einer einzelnen Instanz und sind dezentral aufgebaut.

Dezentral heißt in dem Fall, sie beruhen auf Netzwerken, in denen alle Informationen untereinander getauscht, jede Transaktion gespeichert und öffentlich verbreitet wird. Dadurch liegt die Kontrolle nicht bei einem Finanzinstitut, sondern bei einer weltweiten Gemeinschaft und zwar den Nutzern der digitalen Währung.

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Kryptowährung stützt sich auf die Funktion der Kryptografie. Kryptografie ist die Wissenschaft der Verschlüsselung und wird heutzutage vor allem zum Verschlüsseln von Informationen genutzt. Ohne das richtige Entschlüsselungswerkzeug lässt sich die Information nicht lesen.

Die digitale Währung war lange nur Science-Fiction und wurde mehrere Jahre als rein theoretisches Modell diskutiert. Im Jahr 2008 entwickelte dann ein Nutzer oder eine Nutzergruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein erstes Konzept und 2009 ein Programm, mit dem man dem Projekt "Bitcoin" beitreten konnte. Bis heute ist ungeklärt, wer genau hinter dem Namen steckt.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

In der Regel funktionieren Kryptowährungen über einen bestimmten Algorithmus. Dieser Algorithmus bildet die Grundlage einer jeden Währung. Sei es eine festgelegte maximale Stückzahl an "Coins", die in einem System im Umlauf sein können oder die Möglichkeit, mit "Mining" neue Münzen zu erschaffen. Nicht alle setzen außerdem wie Bitcoin direkt auf eine sogenannte Blockchain-Technologie. Nur der Grundgedanke über ein dezentrales System und durch Rechenaufgaben von Computern ein funktionierendes Zahlungssystem zu erschaffen ist gleich.

Laut der Listing-Webseite coinmarketcap gibt es bis jetzt (Stand Januar 2018) knapp 1.400 Kryptowährungen. Einige sind angepasste Abspaltungen, sogenannte Forks, von anderen Währungen und wiederum andere sind komplett neu entwickelte Kryptowährungen mit einem neuen Algorithmus. Dabei ist auf den Unterschied zwischen richtigen Coins und Tokens zu achten. Von den über 1.000 Kryptowährungen sind nämlich sehr viele Token. Richtige Coins haben ein komplett eigenes System, Token hingegen basieren nur auf so einem System. Ein gutes Beispiel ist hier Ethereum und die aus dem System entwickelten ERC20-Token, wie EOS.

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Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Diese setzt auf die Blockchain-Technologie und ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen. Diese werden "Blöcke" genannt und bilden nacheinander ein "Kette", die "Blockchain". Andere Projekte setzen auf eine Weiterentwicklung der Blockchain, wie zum Beispiel die deutsche Kryptowährung IOTA. Diese nutzt die einzigartige "Tangle"-Technologie. Statt wie in der Blockchain einen Block nach dem anderen chronologisch zu verbinden, spinnt das "Tangle" ein großes Netz. Dadurch hat IOTA eine unendliche Skalierbarkeit.

Beide haben trotzdem den gleichen Kerngedanken: Ein dezentrales System aufbauen. Viele Nutzer überprüfen die Richtigkeit der Transaktionen, die je nach eingesetzter Technologie mehrere Minuten dauert oder sekundenschnell ist. Zum Empfangen und Senden von Kryptowährungen werden spezielle "Geldbörsen", "Wallets" genannt, gebraucht. Diese Wallets sind nicht mehr als ein kryptografisch verschlüsselter Zahlencode. Sie werden je nach Art mit einem Passwort geschützt. Weiterhin ist jede Wallet komplett anonym, denn es werden keine Daten vom Nutzer gespeichert. Mehr erfahrt ihr in dem folgenden Artikel.

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Damit eine Währung auch funktioniert muss sie irgendwie angetrieben und auch vor Fälschungen geschützt werden. Im Fall von Bitcoin ist es ein "Proof-of-Work"-Verfahren, also ein Nachweis von Arbeit. Diese "Arbeit" verrichten hier die "Miner". Diese stellen Hardware zur Verfügung, errechnen die Zahlencodes, Hashes, überprüfen die Richtigkeit der Transaktion und erhalten dadurch ein "Endgeld" in Form der Währung. Mehr zum Mining erfahrt ihr im verlinkten Artikel.

Ein anderes Verfahren ist das "Proof-of-stake"-Verfahren, der Nachweis von Anteilen. Hier erhält derjenige mit großen Anteilen am Guthaben mehr Einfluss und Vergünstigungen. Diese Vergünstigungen sind in den meisten Fällen Transaktionsgebühren. Diese Transaktionsgebühren entstehen, wie der Name schon sagt, für den Versender von Kryptowährungen und fließen in die Wallets derjenigen, die diese Transaktionen bearbeitet haben.

Welche Währungen gibt es?

Da es über 1.000 Kryptowährungen auf dem Markt gibt, haben wir uns die technisch interessantesten und größten Kryptowährungen ausgesucht. Mit diesen können wir ein paar Beispiele nennen, was es für verschiedene Kryptowährungen gibt.

Bitcoin

Bitcoin ist die zurzeit erfolgreichste und bekannteste Kryptowährung. Man kann die digitale Währung auch als Urvater der Kryptowährungen ansehen, denn das Bitcoin-Zahlungssystem stammt aus der Feder des Pseudonyms Satoshi Nakamoto. Natürlich kann man auch noch die ganzen Forks von Bitcoin aufgreifen. Was Bitcoin ist und wie er funktioniert, erfahrt ihr hier.

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Ethereum

Ethereum selbst ist nicht die Kryptowährung, sondern nur das dezentrale System. Die interne Kryptowährung heißt Ether (Abkürzung ETH). Auch das System Ethereum basiert, wie auch Bitcoin, auf der Blockchain-Technologie und wird von Vitalik Buterin, Gavin Wood und Jeffrey Wilcke entwickelt. Auch Ethereum funktioniert noch auf dem oben erwähnten "Proof-of Work"-Konzept, soll allerdings im Laufe der Entwicklung auf das "Proof-of-Stake"-Konzept wechseln.

Ripple

Ripple ist ein Open-Source-Protokoll für ein Zahlungsnetzwerk. Es basiert auf einer Idee von Ryan Fugger, Chris Larsen und Jed McCaleb. Weiterentwickelt wird das System zurzeit von Ripple Labs und wird von mehreren Investoren unterstützt. Google Ventures ist einer dieser Investoren, weswegen man auch häufig über die "Google-Kryptowährung" redet. Das Ripple-Zahlungsnetzwerk nimmt jede beliebige Währung an, hat aber auch die eigene Kryptowährung Ripples oder auch XRP.

IOTA

IOTA, eine Kryptowährung, die auch als erfolgreichste "deutsche" Kryptowährung angesehen wird, setzt wiederum auf ein komplett anderes System. IOTA steht unter anderem für "IoT, Internet-of-Things" und ist laut Meinung von Experten ein zukunftsweisendes System. IOTA baut auf den oben genannte "Tangle" auf und ist auf eine sichere Kommunikation und Zahlung zwischen zwei Maschinen ausgerichtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der schnellen Abwicklung von Transaktionen ohne hohen Rechenaufwand und ohne Kosten. Es entstehen also keine Gebühren.

Wo werden Kryptowährungen verkauft oder gekauft?

Kryptowährungen könnt auf Internet-Marktplätzen oder Tauschbörsen, gegen Fiatgeld, wie Euro oder US-Dollar, oder andere Kryptwowährungen eintauschen. Dazu bieten sich viele große Plattformen an. Alles was ihr braucht, ist eine geltende Zahlungsmöglichkeit. Allerdings solltet ihr auf eventuell anfallende Steuern und Transaktionsgebühren achten.

Wie wird die Entwicklung von Kryptowährungen finanziert?

Hinter jeder Kryptowährungen stecken meistens findige Entwickler, große Unternehmen oder eine Stiftung. Während Unternehmen die Entwicklung einer Kryptowährung noch aus eigener Tasche zahlen könnten, setzen einzelne Entwickler und Stiftungen auf sogenannte ICOs. Die Initial Coin Offerings sind in Teilen vergleichbar mit einer Ausgabe von Wertpapieren an einer Börse.

Früher dienten ICOs dazu, neue Kryptowährungen auf den Markt zu bringen und durch den ICO eine erste Finanzierung zu gewährleisten. Die Projekte waren in aller Regel Blockchain-basiert und die Token waren wirkliche Utility Token. Der Utility Token bildet dabei keinerlei Rechte am Projekt beziehungsweise Unternehmen ab. Stattdessen soll es nach Fertigstellung des Projekts von den Nutzern als Zahlungsmittel genutzt werden.

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Heutzutage setzt man bei ICOs eher auf sogenannte "Revenue Share Token". Diese Art von Token lässt sich eher mit Aktien vergleichen. Es berechtigt also den Besitzer zum Empfang von Gewinnausschüttungen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen investiert Geld in ein Projekt und hält dadurch ein Ethereum-basiertes Token. Das Projekt generiert nun Gewinne in Form von Ethereum. Die Investoren, die das Ethereum-basierte Token aus dem ICO halten, wird dann ein entsprechender Anteil des Gewinns auf ihre Ethereum-Wallet gutgeschrieben.

Natürlich könnt auch ihr an ICOs teil nehmen. In der Regel benötigt ihr dafür Bitcoin oder Ethereum. Der Veranstalter des Tokensales öffnet dann den Verkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt, ab dem Investoren herkömmliche Kryptowährungen in die neuen Token tauschen können. Dies findet meistens über die Veranstalter-Webseite statt.

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