Chromecast Ultra im Test: Streaming-Player für den 4K-Monitor

Fragwürdige Neuauflage

von Maurice Ballein
Chromecast Ultra 6

Chromecast Ultra - so lautet der Name des zukunftsweisenden Streaming-Players aus dem Hause Google. Nennenswerte Unterschiede zum Vorgängermodell: 4K, HDR und doppelt so teuer. Unser ausführlicher Testbericht verrät, ob sich der satte Aufpreis lohnt beziehungsweise der Umstieg von älteren Chromcast-Playern auf Chromecast Ultra auszahlt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Chromecast Ultra: Das ist neu
  3. Einrichtung, Performance und Praxiseinsatz
  4. Bild- und Tonqualität
  5. Technische Daten
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit

Design und Verarbeitung

Optisch hat sich Google bei seinem aktuellen Chromecast-Modell stark an der Bauform des direkten Vorgängers orientiert. Auch Chromecast Ultra ist ein kreisrunder Streaming-Player mit einem abgehenden, knapp acht Zentimeter langem HDMI-Kabel. Dieses haftet für einen sicheren Transport magnetisch am Gehäuse. Neben der HDMI-Schnittstelle findet zudem ein microUSB-Anschluss für die Stromversorgung via Netzteil Platz. Als einziges Bedienelement befindet sich eine flache Taste am Rand des Gehäuses, die für einen Reset des Geräts genutzt werden kann.

Neu ist die flache und glatte Oberfläche, die gänzlich in Klavierlackoptik gehalten ist. Die Neuauflage fällt überdies geringfügig schwerer und dicker aus. Die Verarbeitungsqualität lässt kaum Kritik zu. Lediglich die angesprochene Klavierlackoptik ist bekanntermaßen recht empfänglich für Kratzer. Da sich die "natürliche Umgebung" des Geräts aber hinter dem Fernseher befindet, sollte das zu verschmerzen sein. Alles in allem ist der Chromecast Ultra ein formschönes und transportables Gadget.

Chromecast Ultra im Unboxing

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Chromecast Ultra: Das ist neu

Google hat natürlich nicht nur am Preis geschraubt, der doppelt so hoch als noch beim Vorgängermodell ausfällt. So verbaut das Unternehmen neue Hardware: Einen neuen Prozessor sowie den WLAN-Standard 802.11 ac, die Chromcast Ultra im Vergleich zum Modell aus 2015 um das 1,8-fache beschleunigen sollen - Videos starten also schneller. Weiterhin sollen Videos nicht nur durch eine mögliche höhere Auflösung bestechen - selbst wenn der verwendete Fernseher keine 4K-Auflösung bietet, verspricht Google ein besseres Bild

Neben der 4K-Auflösung holt ihr euch mit Chromecast Ultra auch HDR-Videos auf den Fernseher oder Monitor. Diese versprechen einen höheren Dynamikumfang mit höherer Kontrastwiedergabe und zudem einer feiner abgestimmte Farbwiedergabe. Chromecast überträgt demnach Farben mit 10 Bit-Auflösung pro Grundfarbe. Beim Vorgänger waren es noch 8 Bit.

Neu ist auch der LAN-Anschluss im mitgelieferten Netzteil. Dieses soll eine optimale und vor allem stabile Internetverbindung für das Streaming von Videos gewährleisten. Eine Ethernet-Anbindung lässt sich über entsprechend ausgerüstetes Netzteil übrigens auch bei den Vorgängermodellen nutzen. Wer also Probleme mit dem WLAN-Empfang hat, findet so Abhilfe.

Einrichtung, Performance und Praxiseinsatz

Die Einrichtung des Chromecast Ultra geht zügig und intuitiv von der Hand. Das Gerät wird lediglich an den HDMI-Anschluss des Fernsehers angeschlossen, mit Strom und wahlweise mit kabelgebundenem Internet über das Netzteil versorgt. Erfreulich: Das Netzteil besitzt ein zwei Meter langes Stromkabel. Anschließend folgt ihr den Anweisungen am Fernseher und Smartphone, auf dem ihr einleitend die Google Home-App installieren müsst. Ihr werdet durch alle Schritte des Initialisisierungsprozesses geführt und könnt anschließend mit dem Übertragen von Videos starten. Das gelingt wahlweise direkt aus der Google Home-App oder aus den jeweiligen Apps, die den Google Streaming-Standard unterstützen.

Bis dato liefern nur die Apps Netflix, YouTube und Red Bull TV UHD 4K beziehungsweise HDR-Videomaterial. Google plant die Verbreitung der hochauflösenden Videos künftig auch über sein eigenes Google Play Movies-Angebot. Ein wichtiger Vertreter der Online-Videotheken, der ebenfalls 4K-Videos anbietet, fehlt mit Amazon Video weiterhin. Eine Auswahl an Apps, die Chromecast (Ultra) unterstützen, findet ihr wie folgend aufgelistet.

Leider fehlt auch bei Chromecast Ultra eine eigene Benutzeroberfläche, die euch unter anderem bei Amazon Fire TV (Stick) oder Apple TV geboten wird. So ist die Bedienung weiterhin in erster Linie auf das Smartphone oder Tablet ausgerichtet. Optional könnt ihr jedoch auch den Google Chrome-Browser via Chromecast auf den Fernseher spiegeln. Das gelingt unabhängig vom Betriebssystem - ist also per Windows-PC, Mac oder Chromebook möglich.

Hinsichtlich der Performance ist im direkten Vergleich zum Vorgängermodell definitiv ein Sprung nach vorne zu bemerken. Videos laden tatsächlich schneller. Bis zur Wiedergabe vergehen einige Sekunden weniger. Allerdings mussten wir im Rahmen unseres Tests vereinzelt Probleme mit der Zuverlässigkeit feststellen. Das eine oder andere Mal wurde ein Video nicht abgespielt, obwohl das Smartphone den Status der Wiedergabe via Chromecast Ultra anzeigte. Hier half nur das Beenden und erneute Starten der Verbindung. Ähnliches hatten wir bereits bei den Vorgängermodellen beobachtet - hier besteht weiterhin Optimierungsbedarf.

Die Nutzung von Chromecast Ultra ist auf folgenden Geräten beziehungsweise Betriebssystemen möglich:

  • Smartphone und Tablet: Android (ab 4.1), iOS (ab 8.0)
  • PC und Laptop: Windows (ab 7), Mac OS X (ab 10.9)

Bild- und Tonqualität

An der Bildqualität lässt sich nichts aussetzen. Im Rahmen aller Qualitätsstufen sahen die Videos tadellos aus - am beeindruckendsten selbstredend in der maximalen Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten, HDR-Standard und einer Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde, den unter anderem YouTube in ausgewählten Videos ausstrahlt - entsprechende TV-Hardware vorausgesetzt. Auch hinsichtlich der Tonqualität sind uns keinerlei Unannehmlichkeiten aufgefallen. Bleibt zu hoffen, dass das App-Angebot an Streaming-Apps, die die zukunftsweisenden Technologien 4K und HDR unterstützen, weiter und zügig ausgebaut wird.

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Technische Daten

  • Abmessungen: 13,7 x 58,2 x 13,7 Millimeter (B x L x H)
  • Gewicht: 49 Gramm (ohne Netzteil)
  • Netzteil: 101 Gramm, 2 Meter Länge
  • WLAN: 802.11ac (2,4 GHz/5 GHz)

Preis und Verfügbarkeit

Chromecast wird im Gegensatz zum Vorgänger aus dem Jahre 2015 nur in der Farbe Schwarz angeboten. Derzeit könnt ihr den Streaming-Player nur im Google Store zu einem Preis von 79 Euro ordern. Bei Media Markt und Saturn trägt der Player derzeit noch das Hinweis-Label "Demnächst verfügbar".

Google Chromecast Ultra: Fazit

Streaming-Player-Neuauflage mit dünn besetzter Zielgruppe. 7/10

Qualitäts- und Auflösungsstandards wie HDR oder UHD spielen eine immer wichtigere Rolle. Dennoch wirft die dritte Auflage des Streaming-Players die Sinnhaftigkeit von Chromecast Ultra auf, da nahezu alle 4K-Fernseher bereits von Haus aus für ein natives Streaming ausgerüstet sind. Als wirklich gewinnbringende Investition lohnt sich der Streaming-Puk demnach nur für 4K-Monitore, nicht für Fernseher. Für weniger hochauflösende Fernseher tut es auch der halb so teure Vorgänger.

Das hat uns gefallen

  • 4K und HDR-fähig
  • Ethernet-Anschluss

Das hat uns nicht gefallen

  • Weiter keine UI oder Fernbedienung
  • Doppelt so teuer wie der Vorgänger
Testnote 7,0 von 10
Maurice Ballein
Bewertet von Maurice Ballein
6,0 / 10
Bedienung

Bedienung Menüführung auf der Nutzeroberfläche, Ergonomie, Art der Fernbedienung

6,0 / 10
Ausstattung/Leistung

Ausstattung/Leistung Prozessor, Gerätespeicher, Anschlüsse und Schnittstellen, WLAN, Bluetooth

7,0 / 10
Formatunterstützung

Formatunterstützung Video-, Bild- und Audioformate (z.B. MPEG, DVD (VOB), MP4, H.264, JPEG, GIF, TIFF, PNG, MP3, WAV, AAC, OGG)

5,0 / 10
Audio-/Videoqualität

Audio-/Videoqualität Verzerrt der Ton bei höherer Lautstärke? Werden Full HD-Videos ohne Ruckler wiedergegeben?

7,0 / 10
Apps

Apps Welche Video on Demand-Angebote, Musikstreaming-Apps, Nachrichten- und Videoanwendungen sind vorhanden?

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8
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