Huawei nova 2 im Test: Die Frontkamera ist hier nicht der alleinige Star

Kompaktes Smartphone mit viel Speicher

Titelbild Huawei Nova 2

Auf eine gute Kamera legen viele Nutzer beim Kauf eines neuen Smartphones wert. Das Huawei nova 2 bietet gleich drei davon! Das Hauptaugenmerk legt der chinesische Hersteller dabei auf die Frontkamera. Sie verwandelt eure Selfies durch verschiedene Effekte in kleine Kunstwerke. Das ist nett, im Test gefielen uns zwei andere Features aber besser.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität
  4. Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Gibt es ein Huawei nova 2 Plus?
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. Fazit & Alternativen

 - Für das Huawei Nova 2 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Das Huawei nova 2 erhält nun auch hierzulande das versprochene Update auf Android 8.0 Oreo. Wir verraten euch, wie ihr die neue Firmware einspielt und welche Neuerungen sie beinhaltet.

Huawei bewirbt das nova 2 als Selfie-Superstar. Tatsächlich fällt beim neuen Smartphone des chinesischen Herstellers aber zunächst die Größe ins Auge. Das Huawei nova 2 bietet zwar ein fünf Zoll großes Display, die Abmessungen des Smartphones ähneln mit 142,2 x 68,9 x 6,9 Millimeter aber eher denen eines 4,7-Zoll-Smartphones. Wer sich also ärgert, dass Samsung kein Galaxy S8 mini mehr anbietet, findet mitunter im nova 2 eine Alternative - eine besonders schicke sogar.

Design und Verarbeitung

Huawei hat die Hardware des nova 2 in ein Metallgehäuse mit eingearbeiteten Antennenstreifen gehüllt. Diese befinden sich ähnlich wie beim iPhone 7 Plus im Rahmen des Smartphones. Interessant: Das Metall auf der Rückseite ist matt gehalten, der Rahmen auf Hochglanz poliert. Eine Kombination, die wir bei Smartphones in dieser Form selten sehen.

Das erweckt Aufmerksamkeit, schützt aber leider nicht vor Fingerabdrücken. Die Rückseite des Huawei nova 2 ist für diese besonders anfällig. Wir mussten unser Testgeräte daher häufiger als andere Metall-Smartphones putzen. Zumal sich nach einem Aufenthalt in der Hosentasche oder dem Rucksack gerne auch Dreck an der hervorstehenden Dual-Kamera auf der Rückseite verfängt. Die Anfälligkeit für Schmutz ist jedoch unser einziger Kritikpunkt in Sachen Verarbeitung und Design.

Huawei Nova 2 in Bildern

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Unser Testgerät erstrahlt übrigens ganz in schwarz. Wahlweise gibt es das Smartphone aber auch in einem dunklen Blau oder in Gold zu kaufen.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Der Bildschirm des Huawei nova 2 misst wie erwähnt fünf Zoll und löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln (Full HD) auf. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 443 Pixeln per Inch (ppi) oder einfacher gesagt: Das Bild ist gestochen scharf. Schließlich kann das menschliche Auge bei einem Abstand von 30 Zentimetern zwischen Display und Auge einzelne Pixel nur bis zu einem Wert von circa 326 ppi erkennen. Der Bildschirm gefällt zudem durch satte Farben. Dabei setzt Huawei gar nicht auf ein OLED-Panel, sondern auf einen LTPS-Screen. Diese Bildschirme zeichnen sich durch einen geringen Stromverbrauch aus und benötigen zudem keine oder nur eine geringe Hintergrundbeleuchtung. Dennoch ist der Screen hell genug, sodass ihr Inhalte auch im Freien problemlos ablesen könnt.

Als Prozessor taktet im Huawei nova 2 anders als im Vorgänger kein Qualcomm-Chip mehr, stattdessen setzt der chinesische Hersteller auf den Octa-Core-Prozessor Kirin 659 aus hauseigener Produktion. Der Chipsatz bietet acht Rechenkerne, die sich nach dem Big-Little-Prinzip in zwei Cluster, mit je vier Kernen, teilen. Ein Cluster taktet mit 2,3 Gigahertz, das andere mit 1,7 Gigahertz. Alle Kerne weisen die Cortex A53-Architektur auf. Dem Prozessor stehen für diese Preisklasse stattliche vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Genug der technischen Daten, taugt das Huawei nova 2 zum Zocken oder sind Asphalt und Co darauf nur eine Slideshow? Im Test lieferte der Kirin 659 eine ordentliche Performance. Apps starten ohne längere Ladezeiten, die Bedienung des Smartphones läuft flüssig, und auch bei anspruchsvollen 3D-Spielen macht das Huawei nova 2 nicht sofort schlapp. Viel mehr Rechenpower bieten die Konkurrenten in diesem Preissegment ebenfalls nicht - Ausnahme ist das Honor 9, das mit Huaweis High-End-Prozessor Kirin 960 ausgestattet ist.

Großzügig zeigt sich Huawei in Sachen Gerätespeicher: Satte 64 Gigabyte stehen euch theoretisch für Apps, Videos, Fotos, Musik und Co zur Verfügung, die meisten Geräte in dieser Preisklasse bieten gerade einmal die Hälfte. Zusätzlich könnt ihr den Speicher des Huawei nova 2 noch per microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Warum stehen euch nur theoretisch 64 Gigabyte Gerätespeicher zur Verfügung? Huawei reserviert ab Werk rund 13 Gigabyte des Speicherplatzes für das Betriebssystem. Euch bleiben noch rund 51 Gigabyte, was im Vergleich immer noch viel ist.

Huawei liefert das Nova 2 mit Android 7.0 Nougat aus, überzieht dieses jedoch mit einer eigenen Nutzeroberfläche namens EMUI. Diese ist in Sachen Optik und Funktionen stark an Apples iOS angelehnt. Zusätzlich bietet sie einen erweiterten Funktionsumfang. So lässt sich die WhatsApp-App etwa klonen, ihr könnt dann zwei verschiedene WhatsApp-Accounts auf einem Gerät betreiben. Ein Update auf Android 8.0 Oreo hat Huawei noch nicht offiziell bestätigt. Aus Unternehmenskreisen hat netzwelt aber bereits erfahren, dass das Huawei nova 2 wie der Vorgänger in den nächsten Monaten ein entsprechendes Update erhalten wird.

Entsperrt wird das Huawei nova 2 wahlweise über einen Fingerabdruckscanner auf der Rückseite, der neben dem Entsperren des Smartphones noch weitere Features bietet. So könnt ihr etwa damit durch eure Bilder scrollen. Vorbildlich!

Die Ausstattung des Huawei nova 2 erscheint auf den ersten Blick der Preisklasse angemessen. Wer jedoch einen tieferen Blick ins Datenblatt wirft, wird jedoch das ein oder andere Feature vermissen. So kann das Huawei nova 2 etwa nicht im 5-Gigahertz-WLAN-Netzen funken. Ein NFC-Chip ist ebenfalls nicht an Bord. Bei einem Preis von knapp 400 Euro ist das nicht akzeptabel und gibt Abzüge in der Endnote.

Sprachqualität

In Sachen Sprachqualität weiß das Huawei nova 2 zu gefallen. Es bietet zwar nicht den klaren Sound der teureren Premium-Modelle, hebt sich aber deutlich vom monotonen, blechernen Klang der Smartphones unter 250 Euro ab. Gesprächspartner klingen hier deutlich natürlich und Nebengeräusche werden gut gefiltert.

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Huawei vertreibt das nova 2 hierzulande sowohl als Single- als auch als Dual-SIM-Smartphone. Einen dezidierten zusätzlichen SIM-Schacht bietet das Dual-SIM-Modell nicht, ihr legt die zweite SIM-Karte stattdessen anstelle einer microSD-Karte in den Speicherkartenslot. Der zweite SIM-Slot funkt zudem maximal nur im 2G-Netz, die Daten-SIM sollte dementsprechend im anderen SIM-Schacht stecken.

Akkulaufzeit

Strom bezieht das kleine Huawei-Smartphone aus einer 2.950-Milliamperestunden großen Batterie. Im Vergleich zum Vorgänger fällt die Akkukapazität damit geringer aus. Der Unterschied ist mit knapp 70 Milliamperestunden jedoch minimal und kann vernachlässigt werden. Im Akku-Test von PCMark erreicht das nova 2 wie sein Vorgänger eine Laufzeit von knapp neun Stunden. Mit einer Akkuladung hält das Huawei nova 2 also auf jeden Fall einen Tag durch, genügsame Nutzer holen mitunter noch einen halben Tag mehr aus der Batterie raus.

Kamera

Wie eingangs erwähnt sieht Huawei das Nova 2 als Selfie-Superstar - und das hat seine Gründe. Die Frontkamera des nova 2 löst mit 20 Megpaixeln auf, eine so hochauflösende Frontkamera bieten derzeit nur wenige Smartphones auf dem deutschen Markt. Das ist aber noch nicht alles: Ähnlich wie beim Huawei P10 greift in der Nachbearbeitung ein Algorithmus ein, der die Position eures Gesichtes im Raum erkennt und es durch eine gezielte Belichtung besser in Szene setzen soll. Anders als beim Huawei P10 (Plus) arbeitet der Hersteller hier aber nicht mit Leica zusammen. Neben den Belichtungseffekten bietet die Frontkamera beim Nova 2 auch den bekannten Bokeh-Effekt, den Apple mit dem iPhone 7 Plus populär gemacht hat. Hierbei wird der Hintergrund verschwommen dargestellt, das eigene Gesicht so stärker betont.

Tatsächlich gelingen mit dem Huawei nova 2 dank dieser Möglichkeit mitunter sehr spektakuläre Selbstportraits. Diese setzten jedoch auch einen entsprechend "bunten" Hintergrund voraus. Beim grauen Himmel über Hamburg verpufften die Effekte im Test schnell. Zudem wird mangels zweiter Kamera auf der Frontseite das Bild für den Bokeh-Effekt von einer Software in Voder- und Hintergrund zerlegt. Dies geschieht nicht immer perfekt. Häufig wurden im Test auch Dinge, die sich im Vordergund des Bildes befinden, verschwommen dargestellt.

Huawei nova 2: Kamera-Samples

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Für die Selfie-Effekte müsst ihr zudem auf ein anderes Feature verzichten. Videos zeichnet das Huawei nova 2 nur noch maximal in Full HD auf, der Vorgänger war dagegen das erste Huawei-Smartphone mit 4K-Video-Funktion. Diese Einschränkung ist dem Prozessorwechsel geschuldet. Huaweis Kirin-Prozessor unterstützen nur ab der Modellnummer 960 Videoaufnahmen in 4K. Huawei begründet den Wechsel im Gespräch mit netzwelt damit, dass die hauseigenen Kirin-Prozessoren besser auf die genannten Selfie-Features abgestimmt sind. Aus unser Sicht ist der Verzicht auf 4K zwar ein Manko, aber verschmerzbar. Die Mehrheit von euch dürfte mit dem Smartphone sicher öfters ein Selfie als ein 4K-Video schießen.

Bei dem ganzen Gerede über Selfies hätten wir fast vergessen, dass das Huawei nova 2 auch eine Kamera auf der Rückseite für reguläre Foto- und Videoaufnahmen - genauer gesagt sogar zwei Kameras - bietet. Wie bei seinem Top-Smartphone Huawei P10 verbaut der chinesische Hersteller im Nova 2 eine Dual-Kamera. Diese unterscheidet sich jedoch eklatant von der aus dem Huawei P10. Während im P10 ein Farb- und ein Monochrom-Sensor mit unterschiedlicher Auflösung zusammenarbeiten, fotografieren beim Nova 2 beide Sensoren in Farbe. Sie unterscheiden sich neben der Auflösung (12 und 8 Megapixel) zudem in ihrer Brennweite. Bei der einen Kamera handelt es sich um ein Weitwinkelobjektiv, die andere Kamera besitzt eine Tele-Linse. So lässt sich ein zweifacher optischer Zoom simulieren. Ebenso beherrscht die hintere Kamera auch den Bokeh-Effekt - sogar besser als die Frontkamera, da die zweite Kamera als Tiefenmesser fungiert, und das Smartphone nicht "schätzen" muss. Was der Kamera fehlt, ist ein optischer Bildstabilisator. Das kann zu verschwommenen Aufnahmen bei Dunkelheit und Dämmerung sorgen.

Gibt es ein Huawei nova 2 Plus?

Was ist mit dem nova 2 Plus? Anders als 2016 stellt Huawei dem kompakten 5-Zöller kein größeres Plus-Modell zur Seite. Das Modell ist zwar auf der internationalen Huawei-Webseite gelistet, ist aber vorerst nicht für den deutschen Markt vorgesehen. Somit bleibt euch nur, das Smartphone aus Asien zu importieren. Das nova 2 Plus bietet ein 5,5 Zoll großes Display und einen Akku mit höherer Kapazität, ist ansonsten aber identisch mit dem 5-Zoll-Modell.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei nova 2 ist seit August in Deutschland im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Huawei nova 2 lautet 399 Euro.

Huawei Nova 2: Fazit

Kleiner Selfie-Star, aber ... 7.8/10

Das Huawei nova 2 gefällt im Test vor allem mit seinem kompakten Format, dem großen Gerätespeicher und seiner Frontkamera. Einen ansprechenden Hintergrund vorausgesetzt, gelingen euch mit dem Huawei nova 2 schickere Selfies als mit den meisten Konkurrenzgeräten. Dennoch bleiben ein paar Kritikpunkte. Der Verzicht auf NFC und 5-Gigahertz-WLAN-Netze ist für uns beim empfohlenen Verkaufspreis nicht nachvollziehbar und verhindert eine höhere Wertung.

Das hat uns gefallen

  • kompaktes Format
  • 64 Gigabyte Speicher
  • Selfie-Effekte

Das hat uns nicht gefallen

  • keine 4K-Videoaufnahmen
  • kein 5-Gigahertz-WLAN
  • kein NFC
  • kein optischer Bildstabilisator
Testnote 7,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

9,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt von Huawei leihweise für zwei Wochen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Smartphone und Huawei Nova 2.

Das Huawei Nova 2 wurde ursprünglich mit Android 7.0.0 "Android Nougat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Huawei Nova 2 die Version 8.0 "Android O" verfügbar.

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