Huawei Y6 (2017) im Test: Eines der letzten seiner Art

Neuauflage des Budget-Smartphones

Huawei Y6 (2017) 1

Mit dem 99-Euro-Smartphone Ideos X3 begann 2011 der Aufstieg von Huawei zu einem der größten Smartphone-Hersteller der Welt. Künftig will das Unternehmen aber nur noch höherpreisige Geräte anbieten. Zum Abschied gibt es für preisbewusste Nutzer mit dem Huawei Y6 (2017) noch ein neues Modell. Lohnt sich der Kauf? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität und Dual-SIM-Betrieb
  4. Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen

2011 mischte Huawei mit dem Lidl-Smartphone Ideos X3 den Markt auf. Das 99-Euro-Handy überzeugte seiner Zeit mit einem ausgezeichnetem Preis/Leistungsverhältnis. Damit ist nun bald Schluss. Richard Yu, Chef der Smartphone-Sparte von Huawei, hat angekündigt, dass der chinesische Hersteller bald keine Smartphones im Tiefpreis-Segment mehr veröffentlichen wird. Stattdessen will sich das Unternehmen auf höherpreisige Geräte konzentrieren. Zum Abschied hat Huawei für Fans aber noch die Neuauflage eines Klassikers im Gepäck: das Huawei Y6 (2017) soll Nutzern für einen vergleichsweise geringen Preis ein vortreffliches Smartphone-Erlebnis bieten. Ob das gelingt, erfahrt ihr nachfolgend.

Design und Verarbeitung

Anders als beim Huawei P8 lite 2017 orientiert sich Huawei bei der Neuauflage des Y6 stark am Original aus dem Jahre 2015. Die Abmessungen der beiden Smartphones sind nahezu identisch. Das Huawei Y6 (2017) fällt daher mit den Abmessungen 143,85 x 72 x 8,85 Millimetern für einen 5-Zöller heutzutage vergleichsweise groß aus. Auch das Gewicht überrascht. Satte 150 Gramm bringt das Smartphone auf die Waage, das sind 25 Gramm mehr als beim Original. Dabei ist das Gehäuse weiterhin überwiegend aus Kunststoff gefertigt.

Huawei Y6 (2017) in Bildern

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Sieht man vom altbackenen Design mit den breiten Displayrändern ab, gibt es an der Verarbeitung aber wenig zu meckern. Das Gewicht ist gut austariert. Alle Tasten sind bequem mit Daumen und Zeigefinger zu erreichen. Das Cover des Smartphones bietet zudem eine noppenartige Struktur, die dem Huawei Y6 (2017) einen ordentlich Grip verleiht. Erhältlich ist das Huawei Y6 (2017) in drei Farben: Grau, Gold und Weiß. Für diesen Test lag uns das graue Modell in der Dual-SIM-Variante vor. Wer auf einen zweiten SIM-Slot verzichten kann, erhält das Handy hierzulande aber auch in einer Single-SIM-Variante. Doch dazu später mehr. Schauen wir uns erst einmal an, was das Huawei Y6 (2017) technisch zu bieten hat.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Der Bildschirm des Huawei Y6 (2017) missfällt im Test nicht nur mit seinen breiten Rändern. Farben werden vergleichsweise blass dargestellt, zudem lässt sich der Screen bei sonnigem Wetter nur schwer ablesen. Zwar bietet er ausreichend Helligkeit dazu, das Displayglas ist aber ein Magnet für Fett, das an den Fingerkuppen klebt. Die Fettspuren reflektierten im Test das Sonnenlicht und erschwerten so das Ablesen von Inhalten.

Besser sieht es dagegen bei der Leistung aus. Der verbaute Quad-Core-Prozessor MT6737T von MediaTek ist bereits über ein Jahr alt, hat aber noch genug Power um Spiele wie Super Mario Run oder Fifa Mobile über den Screen des Huawei Y6 (2017) laufen zu lassen. Bei Fifa Mobile arbeitete der Prozessor aber spürbar an seiner Belastungsgrenze. Auch im Alltag müsst ihr ab und an mal mit einer kurzen Verzögerung leben - etwa beim Öffnen des Browsers. Die Wartezeiten treten vor allem auf, wenn zahlreiche Apps geöffnet sind. Kein Wunder! Der Arbeitsspeicher ist schließlich nur zwei Gigabyte groß. Mehr gibt es in dieser Preisklasse aber nur selten.

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Der Gerätespeicher des Huawei Y6 (2017) misst 16 Gigabyte, 5,3 Gigabyte davon belegt das Systen. Der Speicher kann per microSD-Karte erweitert werden. Da für die Speicherkarte ein separater Slot bereitsteht, müsst ihr euch nicht zwischen Dual-SIM und Speicherkarte entscheiden. Ein Plus gegenüber zahlreichen anderen Dual-SIM-Smartphones. Leider unterstützt das Huawei Y6 (2017) aber weder Adoptable Storage, noch die ältere Android-Funktion Apps auf SD-Karte zu verschieben. Auf die Speicherkarte könnt ihr also nur Musik, Videos und Bilder auslagern. Nutzt ihr viele Apps, wird der Gerätespeicher daher trotz erweiterbaren Speicher schnell eng.

Als Betriebssystem fungiert auf dem Huawei Y6 (2017) noch das ältere Android 6.0 Marshmallow. Ein klarer Minuspunkt. Andere aktuelle Smartphones in dieser Preisklasse werden direkt mit Android 7.0 Nougat ausgeliefert - dazu zählt auch das Honor 6A von der Huawei-Tochter Honor. Ob es ein Update auf Android 7.0 Nougat oder gar Android 8.0 Oreo geben wird, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar ist, ob das Smartphone regelmäßige Sicherheitspatches erhält. Bereits zum Marktstart war das Patch-Level veraltet. Unser Testgerät war noch auf dem Stand von Mai 2017.

Wie üblich nutzt Huawei kein pures Android, sondern hat das Google-OS mit der eigenen Nutzeroberfläche EMUI 4.1 überzogen. Diese erinnert in Aussehen und Funktion eher an Apple iOS. Zudem beinhaltet die Nutzeroberfläche einige populäre Zusatzfeatures anderer Android-Smartphones. So könnt ihr wie beim LG G4 den Bildschirm durch Antippen mit dem Finger aus dem Standby-Betrieb wecken. Ein zusätzlicher Button am linken Gehäuserand kann frei belegt werden - unter anderem lässt sich hierüber mit nur einem Fingerdruck die Taschenlampe aktivieren. Verzichten müsst ihr jedoch auf einen Fingerabdrucksensor, der mittlerweile eigentlich auch bei günstigen Android-Smartphones zur Grundausstattung gehört.

Sprachqualität und Dual-SIM-Betrieb

Die Sprachqualität des Huawei Y6 (2017) schwankt je nach Situation in der ihr euch gerade befindet. In ruhigen Umgebungen wird die eigene Stimme kristallklar zum Gesprächspartner transportiert, doch beim kleinsten Windhauch wird das Y6 (2017) zum Walkie-Talkie. Denn eine Unterdrückung von Störgeräuschen ist praktisch nicht vorhanden. Unabhängig von der Lautstärke der Umgebung mindert der Ohrmuschellautsprecher die Freude am Telefonieren. Euer Gesprächspartner klingt dadurch, als spreche er mit vorgehaltener Hand. Wie bereits erwähnt, kann das Huawei Y6 (2017) mit zwei SIM-Karten betrieben werden. Nur ein Schacht, kann dabei mit 4G-Geschwindigkeit ins Netz gehen. Der andere ist auf den 2G-Betrieb beschränkt. Welche SIM-Karte das schnelle mobile Netz nutzt, legt ihr in den Einstellungen fest. Ihr müsst beim Einlegen der SIM-Karten also nicht auf die Schachtbelegung achten.

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In den Einstellungen könnt ihr zudem das Y6 (2017) bitten, euch abhängig von der gewählten Nummer die passende SIM-Karte vorzuschlagen. Das ist vor allem dann interessant, wenn ihr das Handy mit einer beruflichen und einer privaten SIM-Karte betreibt. Für Geschäftskontakte wählt das Y6 (2017) dann die berufliche SIM-Karte, für private Kontakte die andere Karte. Leider bieten beide SIM-Schächte keinen Federmechanismus, weshalb ihr mitunter für den SIM-Kartenwechsel eine Pinzette zur Hand haben müsst. Beide SIM-Slots akzeptieren übrigens nur Nano-SIM-Karten. Größere SIM-Karten müssen zugeschnitten werden.

Akkulaufzeit

Huawei verbaut im Y6 (2017) einen Akku mit einer Kapazität von 3.000 Milliamperestunden. Das ist angesichts der nicht gerade resourcenhungrigen Hardware eine enorme Kapazität. Im Test kann das Huawei Y6 (2017) daraus aber kein Kapital schlagen. Im Akku-Test von PCMark erreicht das Smartphone durchschnittliche 5 Stunden und 49 Minuten. Das entspricht im Alltag einer Laufzeit von einem Tag.

Abends müsst ihr das Huawei Y6 (2017) also wieder an die Steckdose hängen. Dort sollte es auch am besten die Nacht über verweilen. Das Aufladen der Batterie dauerte nämlich im Test zwischen zwei und drei Stunden. Wechseln könnt ihr den Energiespeicher übrigens nicht. Huawei versperrt den Zugriff darauf mit diversen Schrauben. Wer die Abdeckung dennoch entfernt, riskiert den Verlust der Garantie.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen stellt das Huawei Y6 (2017) eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Frontkamera bereit. Diese liefern, ausreichend Licht vorausgesetzt, brauchbare Bilder - zumindest, wenn ihr euch die Fotos nur auf dem Smartphone anschaut. Am PC ist dann doch Rauschen deutlich sichtbar. Häufig wirken die Aufnahmen auch etwas unterbelichtet. Die Nutzung des HDR-Modus kann hier Abhilfe schaffen.

Ihr könnt euch in der nachfolgenden Mediengalerie ein Bild von der qualität der Kameras des Huawei Y6 (2017) machen.

Kamera-Sample Huawei Y6 (2017)

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Preis und Verfügbarkeit

Huawei hat zum Marktstart des Smartphones einen Preis von 179 Euro aufgerufen. Vorübergehend gab es das Smartphone beim Discounter Aldi jedoch 30 Euro günstiger. Den aktuellen Straßenpreis sowie Angebote zum Huawei Y6 (2017) findet ihr nachfolgend.

Huawei Y6 (2017): Fazit

Gut, aber nicht gut genug 5.8/10

Das Huawei Y6 (2017) ist kein schlechtes Budget-Smartphone. Vor ein paar Jahren hätte Huawei mit dem Smartphone noch für Furore gesorgt. Inzwischen gibt es aber für den vom Hersteller ausgerufenen Preis deutlich bessere Modelle.

Das hat uns gefallen

  • separate Slots für zweite SIM- und Speicherkarte
  • Schnellstart-Taste

Das hat uns nicht gefallen

  • kein Fingerabdruckscanner
  • nur Android 6.0 ab Werk
  • Apps lassen sich nicht auf SD-Karte auslagern
Testnote 5,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt drei Wochen lang leihweise von Huawei zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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8
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Bestenlisten

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