ID2ME ID1 im Test: Ein neues Gesicht für Android

Newcomer aus Dänemark

Das ID2ME ID1 will mit einem neuen Bedienkonzept für Android punkten.

Der dänische Hersteller ID2ME wagt sich mit seinem Erstling-Smartphone ID1 auf den deutschen Markt. Hier soll es mit einem neuartigen Bedienkonzept punkten. Wie dieses aussieht und warum ID2ME-Chefin Christina Agger ihrem Sohn mit dem ID1 einen Herzenswunsch erfüllt, erfahrt ihr im Test des ID2ME ID1.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Leistung
  3. Akku und Sprachqualität
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit & Alternativen

Dem dänischen Startup ID2ME ist Android zu kompliziert und unübersichtlich. Deshalb haben die Entwickler um Frontfrau Christina Agger dem Google-OS auf ihrem Smartphone ID1 ein neues Gesicht gegeben. Das Interface soll Nutzern schnellen Zugang zu all seinen Apps gewähren. Die Grundidee zum Android-Launcher der Dänen lieferte Aggers Sohn Mads, der sich mit 18 ein Smartphone wünschte, bei dem alle Apps mit einem Fingerwisch erreichbar sind.

Durch eure installierten Apps navigiert ihr auf dem ID1 nur mit Wischbewegungen im unteren Teil des Screens durch App-Kategorien, die ihr selber festlegen könnt. Ab Werk sind die Apps unter anderem nach Social Media und Kreativität einsortiert. Wollt ihr eine Kategorie auswählen, wischt ihr nach oben. Mit einer Wischbewegung nach oben oder unten bewegt ihr euch in dieser vor beziehungsweise zurück durch die einzelnen Apps. Seid ihr bei der gewünschten Anwendung angekommen, hebt ihr den Finger vom Screen und die App wird gestartet. Wir demonstrieren euch die Oberfläche im folgenden Video:

ID2ME ID1 im Test

Das Interface erfordert ein wenig Einarbeitungszeit, im Test dauerte es knapp 20 Minuten ehe, wir das erste Mal eine App starteten, die wir auch starten wollten. Ein weiterer Nachteil: Neue Apps müsst ihr erst einkategorisieren, ehe ihr sie auswählen könnt. Wem die ganze Oberfläche nicht zusagt, der findet auch eine alphabetische Übersicht aller Apps auf dem Gerät oder kann sich alternativ einen anderen Launcher aus Google Play herunterladen.

Trotz der Nutzeroberfläche soll das Android-System kaum angetastet worden sein, versichert ID2ME. Mit einem Update auf Android 6.0 Marshmallow ist dennoch nicht so schnell zu rechnen. Man plane alle paar Monate ein Update der Nutzeroberfläche zu veröffentlichen, darin soll das Feedback der Nutzer einfließen. Darüber hinaus will man sich das Unternehmen nicht zur Update-Strategie äußern.

Was hat das ID1 abseits der ausgefallenen Nutzeroberfläche zu bieten?

Design und Verarbeitung

Das Design mit den abgerundeten Seiten erinnert an alte Nokia-Smartphones wie das Nokia N9 oder das Lumia 800. Keine Wunder. ID2ME-Chefin Christian Agger war mehr als zehn Jahre lang bei ehemaligen Handy-Giganten tätig. Auch die Idee dem Smartphone via Wechselcover eine neue Identität zu verleihen, dürfte Agger von ihre Ex-Arbeitgeber übernommen haben.

Die Verarbeitung ist jedoch im Vergleich zu Nokia miserabel. Das Gehäuse zieht Fingerabdrücke magisch und wirkt billig. Wer das Cover wechseln will, muss zuvor die SIM-Schlitten entfernen, andernfalls verhakt sich das Wechselcover in selbigen. Die Schlitten stehen aus dem Gehäuse minimal hervor und sind sehr scharfkantig. Wer nicht aufpasst, fügt sich mit dem ID1 schnell kleine Schnittwunden zu. Der Einschalter sowie die Lautstärketasten sind zudem sehr hoch platziert und nur schwer zu erreichen.

Ausstattung und Leistung

Auch technisch ist das Smartphone nichts Besonderes. Das ID1 bietet ein fünf Zoll großes Full HD-Display. Als Prozessor werkelt der Octa-Core-Chip MT6752 von MediaTek. Er taktet mit 1,7 Gigahertz und kann auf 2-Gigabyte-Arbeitsspeicher zugreifen. Er bot im Test eine durchwachsene Performance. Eigentlich ist er leistungsstark genug um Spiele wie FIFA 16 oder Asphalt 8 auf den Screen zu bringen. Allerdings hakte das System im Test häufiger. Das dürfte jedoch weniger MediaTeks Schuld sein, die gesamte Firmware des ID1 wirkte noch nicht ausgereift. Apps wurden häufig unerwartet beendet. Hier will das Unternehmen in ein paar Tage mit einem Patch nachbessern.

Der Gerätespeicher ist 16 Gigabyte groß. Davon belegt das auf Android 5.1 Lollipop basierende ID OS fünf Gigabyte. Wer auf eine zweite SIM-Karte im Smartphone nicht angewiesen ist, kann den Speicher per microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

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Akku und Sprachqualität

Der Akku bietet eine Kapazität von 2.500 Milliamperestunden und dürfte damit eine Laufzeit von ein bis anderthalb Tage liefern. Die Batterie ist fest verbaut und lässt sich nicht vom Nutzer wechseln.

Die Sprachqualität ist bescheiden. Ihr werdet eure Gesprächspartner zwar verstehen, doch es klingt so blechern, als würdet ihr mit Ihnen durch ein Büchsentelefon sprechen.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen steht eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Frontkamera bereit. Die Bildqualität ist mäßig. Bei Dunkelheit und Dämmerung ist zudem ein deutliches Rauschen in den Aufnahmen erkennbar. Ihr könnt euch in der folgenden Mediengalerie einen Eindruck von der Kamera des ID2ME ID1 machen.

ID2ME ID1: Kamera-Samples

4 Bilder
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Preis und Verfügbarkeit

Das ID1 wird hierzulande ab sofort über den Onlineshop des dänischen Unternehmens verkauft. Der Preis 399 Euro - zahlbar via PayPal oder Kreditkarte. Angesichts der mittelmäßigen Hardware und der wenig wertigen Verarbeitung erscheint der Preis im Vergleich zur Konkurrenz von OnePlus X, Honor 5X und Co zu hoch.

Interessierte sollten sich dennoch beeilen. Denn laut ID2ME steht nur eine begrenzte Stückzahl des ID1 zum Verkauf bereit. Genau beziffern wollte diese Chefin Christina Agger nicht. Hinter vorgehaltener Hand war jedoch von knapp 1.000 Exemplaren für den deutschen Markt die Rede. Ausgeliefert werden diese am 6. April. Die nächste Charge an Geräten erwartet das Unternehmen dann erst wieder im Sommer.

ID2ME ID1: Fazit

Charmanter, aber chancenloser Newcomer 4.5/10

So charmant die Idee hinter dem ID1 ist, ID2ME dürfte es mit diesem Smartphone schwer haben, auf den deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausstattung und Verarbeitung stehen in keinem Verhältnis zum Preis. Das Bedienkonzept ist gewöhnungsbedürftig und nur für Nutzer interessant, die eine Vielzahl an Apps auf ihrem Smartphone installiert haben.

Das hat uns gefallen

  • Interessantes Bedienkonzept
  • Wechselcover

Das hat uns nicht gefallen

  • veraltete Android-Version
  • schelchte Verarbeitung
  • Nutzeroberfläche erfordert Einarbeitungszeit
Testnote 4,5 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
5,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

4,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von ID2ME für zwei Wochen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

5
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt ID2ME ID1 selbst bewerten.

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Bestenlisten

ID2ME ID1 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

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