Motorola Moto X Play im Test: Android-Smartphone mit XXL-Akku

Zwei Tage ohne Steckdose

Das Motorola Moto X Play nimmt Bilder mit bis zu 21 Megapixeln auf.

Der Energiesparmodus ist bei eurem Smartphone ständig aktiviert. Dennoch sucht ihr mittags bereits nach einer Steckdose? Zeit für ein neues Modell mit besserer Akkulaufzeit. Das Motorola Moto X Play entpuppt sich im Test als wahres Akku-Wunder. Kann es aber abgesehen von der langen Laufzeit auch sonst überzeugen?

Inhaltsverzeichnis

  1. So fühlt sich das Moto X Play an
  2. Das kann das Moto X Play
  3. Fazit
  4. Benchmarks

So fühlt sich das Moto X Play an

Design und Verarbeitung des Moto X Play sind gut, aber wenig aufregend. Front- und Rückseite sind weitestgehend frei von Schmuckelementen, lediglich das eingelassene Motorola-Logo unterhalb der Kamera lockert den Kunststoff-Look des Smartphones etwas auf. Der Rahmen und die Rückseite des Motorola-Smartphones bestehen nämlich aus Polycarbonat - auch wenn Lackierung und Musterung etwas anderes vermuten lassen. Dadurch fühlt sich das Moto X Play zwar nicht billig an, aber auch bei Weitem nicht so hochwertig wie das Moto X (2. Generation) mit Metallrahmen und Holzrückseite.

Zwar lässt sich die Optik des Geräts mit dem Online-Tool Moto Maker individuell gestalten, doch stehen auch hier nur Kunststoffcover in verschiedenen Farben zur Auswahl bereit. Lederrücken und Bambus-Cover sind auch gegen Aufpreis nicht erhältlich. Sie bleiben dem höherpreisigen Moto X Style vorbehalten. Schade.

Über den Moto Maker könnt ihr das Moto X Play individuell gestalten. Ihr habt hierzu jedoch nur Kunststoffcover zur Auswahl.
Über den Moto Maker könnt ihr das Moto X Play individuell gestalten. Ihr habt hierzu jedoch nur Kunststoffcover zur Auswahl. (Quelle: Screenshot Motorola.de)

Ein wasserdichtes Gehäuse bietet das Moto X Play nicht, das Gehäuse ist lediglich mit einer wasserabweisenden Nanobeschichtung überzogen. Das soll etwa gegen Regen und Wasserspritzer helfen. Unter die Dusche mitnehmen solltet ihr das X Play aber nicht.

Das Moto X Play liegt trotz seiner enormen Bilddiagonale von 5,5 Zoll gut in der Hand. Motorola ist es gelungen, den XXL-Screen in ein kompaktes, griffiges Gehäuse zu quetschen. Mit den Abmessungen von 148 x 75 Millimetern ist das Moto X Play bei gleicher Breiter beispielsweise fast vier Millimeter kürzer als das ebenfalls 5,5 Zoll große OnePlus 2 und knapp zwei Millimeter kleiner als das Huawei Mate S. Allerdings ist das Smartphone mit einer maximalen Tiefe von 10,9 Millimetern alles andere als dünn, schmiegt sich aber mit seiner gewölbten Rückseite bequem in die Hand des Nutzers.

Lautstärkewippe und Einschalter hat Motorola beim Moto X Play am rechten Rand auf Daumenhöhe platziert, sie sind für den Nutzer somit gut zu erreichen. Dank einer rauen Oberfläche lässt sich der Einschalter auch im Dunkeln von den Lautstärketasten unterscheiden.

An der Unterseite des Covers werden Nutzer eine Einkerbung bemerken, hier lässt sich die Rückseite abnehmen. Speicherkarten- und SIM-Slot werdet ihr darunter aber vergeblich suchen. Sie befinden sich kombiniert in einem Schacht oberen Rand des Smartphones im Rahmen. Der Kombi-Slot kann nur mit der beiliegenden Nadel geöffnet werden.

Das kann das Moto X Play

Wer das Cover abnimmt, darf aber einen Blick auf das Prunkstück des Moto X Play werfen. Die Rede ist vom 3.630-Milliamperestunden-Akku. Eine solche Kapazität bietet auf den deutschen Markt bislang kein Smartphone - nicht einmal aktuelle Premium-Modelle wie das Sony Xperia Z5 Premium oder das Galaxy S6 Edge+.

Doch nicht nur auf dem Papier ist der Akku des Moto X Play imposant - auch im Einsatz entpuppt er sich nahezu als unermüdlich. Wir quälten im Stresstest das Motorola-Smartphone bei nicht aktiver Mobilfunkverbindung vier Stunden lang mit Benchmark-Test, YouTube-Clips Surfen im Web, ein paar Runden Fifa 15, exezssivem Fotografieren und Video drehen und hatten am Ende immer noch knapp 60 Prozent auf der Akkuanzeige.

Motorola Moto X Play im Test

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Ein beeindruckender Wert - selbst bei aktiver Mobilfunkverbindung sollten auch Heavy-User eine Laufzeit von annähernd zwei Tagen erreichen. Bei durchschnittlicher Nutzung und der Verwendung von Energiesparoptionen dürfte sich noch die ein oder andere Stunde mehr Laufzeit aus dem X Play quetschen lassen.

Ist das Smartphone allerdings einmal leer, muss es fast drei Stunden an der Steckdose verweilen. Zwar unterstützt das Moto X Play Qualcomms Quick Charge-Technologie. Doch um in den Genuss schnelleren Ladens zu kommen, müsst ihr euch ein spezielles Netzteil kaufen. Das sogenannte Turbo Power-Ladegerät schlägt mit knapp 30 Euro zu Buche.

Abgesehen vom Akku ist die Ausstattung des Moto X Play wenig aufregend. Der 5,5 Zoll große Screen löst standesgemäß in Full HD auf. Er ist weder der hellste Bildschirm am Markt, noch der farbenfröhlichste. Er erfüllt aber seinen Zweck und ließ sich auch im Freien weitestgehend problemlos ablesen.

Als Prozessor fungiert der Octa-Core-Chip Snapdragon 615 von Qualcomm. Er taktet mit 1,7 Gigahertz und kann auf zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen. Leistungstechnisch bewegt sich das Moto X Play auf dem Niveau älterer Topmodelle wie dem Nexus 5 oder Galaxy S5. Das dürfte für die meisten Nutzer mehr als ausreichend sein.

Für Nutzerdaten stehen je nach Modell 16- oder 32-Gigabyte-Gerätespeicher zur Verfügung. Bei beiden Versionen lässt sich der Speicher per microSD-Karte erweitern. Gut, denn bei der 16-Gigabyte-Variante dürfte der Speicher schnell knapp werden. Schließlich reserviert sich das System ab Werk bereits knapp sechs Gigabyte des Speicherplatzes.

Das überrascht: Motorola liefert das Moto X Play mit purem Android ohne Bloatware und größeren Anpassungen aus. Bereits installiert ist die Version Android 5.1.1 Lollipop. Aktueller geht es derzeit nicht. Android 6.0 Marshmallow wird erst für den Herbst erwartet.

Moto X Play: Kamera-Samples

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Neben der Akkukapazität lässt auch die Kameraausstattung des Moto X Play aufhorchen. Für Foto- und Videoaufnahmen stehen eine 5-Megapixel-Frontkamera sowie eine 21-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bereit. Das klingt nach High-End-Ausstattung. In der Praxis kann es die Kamera des Moto X Play aber nicht mit Spitzenmodellen wie dem LG G4 oder Galaxy S6 aufnehmen.

Das liegt zum einen an technischen Beschränkungen: So können Videos maximal in Full HD aufgenommen werden, 4K-Aufnahmen sind nicht möglich. Zum anderen aber auch an der generellen Bildqualität. Die Aufnahmen sind ordentlich. Trotz der hohen Auflösung lassen sie aber Details vermissen. Die Frontkamera hat zudem trotz eines Display-Blitzes bei schwachen Lichtverhältnissen heftige Probleme, was sich in starken Bildrauschen äußerst.

Motorola Moto X Play: Video-Sample

Des Weiteren wusste die Kamera-App im Test nicht zu gefallen. Die Einstellmöglichkeiten dieser waren arg begrenzt. So gibt es etwa bei der Videoauflösung nur die Wahl zwischen Full HD und Slow-Mo (560p). Bilder können nur mit 16 Megapixeln im 16:9- oder im 4:3-Format mit 21 Megapixeln aufgenommen werden. Das mag für Einsteiger in Ordnung sein, wer aber tiefer in die Smartphone-Fotografie einsteigen will, denn wird der Mangel an Optionen nerven.

Preis und Verfügbarkeit

Das Moto X Play ist seit Mitte August 2015 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 379 Euro (16 Gigabyte) beziehungsweise 429 Euro (32 Gigabyte).

Motorola Moto X Play: Fazit

Smartphone mit ausdauerndem Akku 8.2/10

Das Moto X Play entpuppt sich im Test als ziemlich durchschnittliches Smartphone. In einem Punkt weiß das Motorola-Smartphone aber zu überragen und dürfte damit viele Nutzer glücklich machen: die Akkulaufzeit.

Das hat uns gefallen

  • lange Akkulaufzeit
  • kompakte Bauform

Das hat uns nicht gefallen

  • Akku lässt sich nicht wechseln
  • Schnellladegerät muss separat erworben werden
Testnote 8,2 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für zwei Wochen von Motorola zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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Bestenlisten

Motorola Moto X Play wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Smartphone
Smartphone Thema Mit dem iPhone fing 2007 alles an. Mittlerweile gehen jährlich weltweit über eine Milliarde Smartphones über die Ladentheke. Doch nicht nur die Nachfrage ist riesig, auch das Angebot wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher. Wir behalten für euch die Übersicht. Egal ob ihr das beste Gerät in einer bestimmten Preisklasse oder ein Smartphone mit einem bestimmten Feature (Dual-SIM, Wireless ... Zur Übersicht
Motorola Moto X Play Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum Motorola Moto X Play in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm 8929

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
7542
Physik Test I:
24 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
9417
Grafik Test I:
43 FPS
Grafik Test II:
39 FPS
Ice Storm Extreme 5163

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
7657
Physik Test I:
24 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
4720
Grafik Test I:
26 FPS
Grafik Test II:
17 FPS
Ice Storm Unlimited 9116

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
8311
Physik Test I:
26 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
9358
Grafik Test I:
51 FPS
Grafik Test II:
34 FPS
Sling Shot using ES 3.0 198

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
952
Physik Test I:
13 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
5 FPS
Grafik (Gesamt):
162
Grafik Test I:
3 FPS
Grafik Test II:
1 FPS
Sling Shot using ES 3.1 371

Futuremark Sling Shot using ES 3.1

Physik (Gesamt):
978
Physik Test I:
14 FPS
Physik Test II:
11 FPS
Physik Test III:
5 FPS
Grafik (Gesamt):
316
Grafik Test I:
1 FPS
Grafik Test II:
1 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 505

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
916
Physik Test I:
12 FPS
Physik Test II:
9 FPS
Physik Test III:
5 FPS
Grafik (Gesamt):
447
Grafik Test I:
3 FPS
Grafik Test II:
1 FPS
Sling Shot using ES 3.1 Unlimited 421

Futuremark Sling Shot using ES 3.1 Unlimited

Physik (Gesamt):
1138
Physik Test I:
20 FPS
Physik Test II:
11 FPS
Physik Test III:
6 FPS
Grafik (Gesamt):
357
Grafik Test I:
2 FPS
Grafik Test II:
1 FPS

Die Akkulaufzeit des Motorola Moto X Play beträgt beim Futuremark-Test (PCMark for Android Work) 8h 15min. Zusätzlich wurde im Benchmark-Test das Web-Browsing mit 4083, das Abspielen von Videos mit 3821 und das Bearbeiten von Bildern mit 4630 Punkten bewertet.

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    Für ein ordentliches Arbeitstempo auf dem Niveau eines Samsung Galaxy S5 ist also gesorgt. 16 Gigabyte interner Speicher stehen für das Abspeichern eigener Dateien zur Verfügung, der via microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte aufgebohrt werden kann. Das Display löst in Full HD auf. Als Betriebssystem ist ein pures Android in der Version Lollipop 5.1.1 vorinstalliert, welches ohne Bloatware und weitere Anpassungen auskommt. Ein Update auf Android 6.0 Marshmallow wird im Herbst erwartet.

    Fotos zeichnet das Moto X Play auf der Rückseite mit 21 Megapixeln auf. Für Selfies steht eine 5-Megapixel-Kamera zur Verfügung. Die gelieferten Aufnahmen der Hauptkamera sind durchaus brauchbar, kommen aber nicht an die Qualität eines Galaxy S6 oder LG G4 heran. Die Frontkamera hat mit starkem Bildrauschen zu kämpfen. Video gelingen in Full HD-Qualität.

    299 Euro möchte Aldi Nord für das Moto X Play in Schwarz von euch haben. Zum Lieferumfang zählt ein Starter-Paket des hauseigenen Prepaid-Traifs Aldi Talk - inklusive zehn Euro Startguthaben. Die entsprechende SIM-Karte müsst ihr allerdings nicht nutzen. Bei zahlreichen anderen Händlern liegt das Moto X Play derzeit bei etwa 330 Euro. Beim Hersteller zahlt ihr im Rahmen eines Winterschlussverkauf den gleichen Preis. Ihr spart also bis zu 50 Euro.

    Aus unserer Sicht ein angemessener Preis für ein solide bis gut ausgestattetes Smartphone, das vor allem diejenigen glücklich machen wird, die den täglichen Gang zur Steckdose scheuen.

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