Galaxy Note 8 im Test: Der Riese bleibt ein Riese

Großes Display, High-End-Hardware, mäßige Akkulaufzeit

Samsung Galaxy Note 8 12

Endlich bringt Samsung mit dem Note 8 einen Nachfolger für das Galaxy Note 4 nach Deutschland. Das Note 8 sieht mit seinem Infinity Display zwar so aus wie das Galaxy S8, soll aber dennoch die typischen Eigenschaften eines Galaxy Note besitzen. Und Samsung lügt nicht. Der Test zeigt, der Riese bleibt ein Riese - mit einer Ausnahme.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. S Pen
  4. Sprachqualität
  5. Akkulaufzeit
  6. Kamera
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. Fazit & Alternativen
  9. Datenblatt

 - Für das Samsung Galaxy Note 8 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Mit einem Firmware-Update erhalten das Galaxy Note 8 und Galaxy S8 (Plus) derzeit Super Slow-Motion und AR Emojis. Wie ihr an das Update gelangt und was es mit den Neuerungen auf sich hat, erfahrt ihr an dieser Stelle.

Lange mussten Galaxy Note-Fans auf einen Nachfolger für das betagte Note 4 warten. Das 2015 veröffentlichte Galaxy Note 5 brachte Samsung nicht in Deutschland in den Handel, sondern speiste Fans hierzulande mit dem Galaxy S6 Edge+ ab. 2016 war ein Marktstart des Galaxy Note 7 geplant. Samsung musste das Smartphone aufgrund eines defekten Akkus jedoch zurückrufen. Nun hat das Warten endlich ein Ende und das Galaxy Note 8 ist da. Hat sich das Warten für Note-Fans gelohnt? Werfen wir gemeinsam einen Blick auf Samsungs neues Stift-Phablet.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick wirkt das Note 8 wie ein leicht vergrößertes Galaxy S8+ mit Stift. Samsung orientiert sich seit dem Note 5 beim Design seines Stift-Phablets am Äußeren der S-Serie. Dementsprechend müsst ihr beim Note 8 nun auf einen Home-Button verzichten. Die Front des Smartphones wird fast ausschließlich vom Display bedeckt. Der Bildschirm knickt dabei links und rechts ab und läuft auf dem Rahmen des Smartphones weiter. Samsung spricht hier von einem Dual-Edge-Display. Der Knick fällt allerdings nicht so stark aus, wie es Besitzer eines Galaxy Note Edge gewohnt sind. Der Edge-Screen ist somit deutlich kleiner und dient lediglich zum Aufruf einer Schnellstartleiste, die sich dann über das Hauptdisplay erstreckt. Apps, die sich nur auf dem Seitenpanel ausführen lassen, wie etwa das Lineal, gibt es beim Note 8 nicht mehr. Der Edge-Screen informiert aber noch mit unterschiedlichen Farben über anrufende Kontakte, wenn ihr das Note 8 mit dem Display zuerst auf den Tisch legt.

Samsung Galaxy Note 8 im Video

Eine weitere Änderung in Sachen Design: Samsung setzt nun auch beim Note 8 auf das sogenannte Infinity Display. Der südkoreanische Hersteller ändert hierbei das Seitenverhältnis des Screens. Statt auf 16:9 setzt Samsung hier auf ein Format von 18,5:9. Der Bildschirm ist also deutlich höher, das Smartphone wird dabei aber nicht breiter. So soll es noch gut in der Hand liegen, aber trotzdem einen großen Bildschirm bieten. Das gilt für das Note 8 aber nur bedingt. Mit den Abmessungen 162,5 x 74,8 x 8,6 Millimeter ist Samsungs Riese zwar nur unwesentlich größer als ein 5,5-Zoll-Smartphone, fühlt sich im Handling aber nicht so an. An die Benachrichtigungsleiste oder Symbole im oberen Drittel des Note 8 gelangten wir nur mit viel Fingerakrobatik oder mit dem S Pen. Ein Riese bleibt halt ein Riese. Ein paar simple Software-Tricks würden die Bedienung aber wesentlich komfortabler machen, doch wir schweifen ab. Bleiben wir beim Design.

Bei genaueren Hinsehen lassen sich nämlich doch ein paar Unterschiede zwischen Galaxy S8 und Note 8 ausmachen. So befindet sich beim Note 7-Nachfolger der Fingerabdruckscanner zwar auch auf der Rückseite links neben der Kamera. Anders als beim S8 ist nun aber zwischen Linse und Sensor der Pulsmesser und die LED-Fotoleuchte platziert. Das verhindert, dass Linkshänder, wie der Autor dieser Zeilen, versehentlich bei der Suche nach dem Fingerabdrucksensor mit ihren Fingern auf der Kameralinse landen und diese verschmutzen. Für Rechtshänder bleibt das Problem dagegen bestehen. Offenbar ist diese Änderung im Design also weniger eine Reaktion auf die Kritik an der Platzierung des Fingerabdruckscanners beim Galaxy S8, sondern sie war notwendig, da das Kamera-Modul mit seiner zweiten Linse im Note 8 mehr Platz beansprucht.

Erste Bilder des Samsung Galaxy Note 8

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Ein weiterer Unterschied: Das Note 8 fällt viel kantiger als das Galaxy S8 und S8+ aus. Das ist deutlich an den Ecken des Gehäuses zu erkennen, die beim Note 8 weniger stark gerundet sind. Dies dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass Samsung ja auch noch den SPen im Gehäuse unterbringen muss. Uns persönlich gefällt die kantige Bauweise besser, da sie dem Smartphone deutlich mehr Grip verleiht. Das Note 8 wird euch nicht so leicht aus der Hand flutschen wie das Galaxy S8.

Keine Unterschiede gibt es dagegen in Sachen Verarbeitung. Auch beim Note 8 ist der Rahmen des Smartphones aus Metall gefertigt, Vorder- und Rückseite aus Glas. Es handelt sich dabei um Corning Gorilla Glas 5, an dessen Widerstandsfähigkeit wir bislang wenig auszusetzen haben. Weder an unserem Galaxy S8 noch am Note 8 waren bislang Kratzer auszumachen. Leider zieht das Glas aber Staub und Fingerabdrücke magisch an. Wer mit dem Note 8 im Freundeskreis angeben will, sollte es regelmäßig polieren. Wie das Galaxy S8 ist auch das Note 8 gemäß IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Dieser Schutz gilt allerdings nur bei klarem Leitungswasser, bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern und nur für 30 Minuten. Andere Flüssigkeiten können wesentlich schneller ins Gehäuse gelangen, warnt Samsung in der Bedienungsanleitung. Gegen ein Selfie am oder im Pool spricht zwar nichts, ihr solltet also aber nicht unbedingt im Schwimmbad mit eurem Note 8 tauchen.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Was hat das Galaxy Note 8 unterhalb der neuen Schale zu bieten? Auch hier bildet die Hardware des Galaxy S8 die Basis. Als Prozessor dient hierzulande Samsungs Octa-Core-Chip Exynos 8895. Taktfrequenz, Grafikeinheit und Co sind gegenüber der im S8 verbauten Variante unverändert geblieben, allerdings hat Samsung den Arbeitsspeicher von 4 auf 6 Gigabyte aufgestockt. Angesichts der Tatsache, dass das Note 8 ein Gerät für Multitakser und Multimedia-Anwender ist, ein kluger Schritt. Wie es sich für Galaxy Note gehört, zählt auch das aktuelle Modell zu den schnellsten Smartphones am Markt - selbst bei einer zweistelligen Zahl an geöffneten Apps.

Benchmark Galaxy S8 Galaxy Note 8 iPhone 7 Plus iPhone 8 (Plus) iPhone X
Geekbench (Single-Core) 1.998 Punkte 2.019 Punkte 3.501 Punkte 4230 Punkte 4265 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 6.747 Punkte 6.715 Punkte 5.939 Punkte 10414 Punkte 10.292 Punkte
AnTuTu 173.307 Punkte 176.497 Punkte 184.546 Punkte 205.330 Punkte 227.866 Punkte

Der Gerätespeicher ist im Vergleich zum Galaxy S8 unverändert geblieben. Hierzulande ist das Note 8 nur mit 64 Gigabyte erhältlich. Knapp 13 davon gehen für das vorinstallierte Android 7.1 Nougat sowie Samsungs Touchwiz-Oberfläche drauf. Bei Bedarf kann der Speicher per microSD-Karte erweitert werden. Das Einbinden der Speicherkarte in den Gerätespeicher (Adoptable Storage). Apps lassen sich also nicht auf die SD-Karte auslagern.

Der Bildschirm des Note 8 ist mit 6,3 Zoll nur noch minimal größer als der des Galaxy S8+ (6,2 Zoll), auch die Auflösung ist mit 2.960 x 1.440 Pixeln identisch, wobei Samsung ab Werk den Screen auf Full HD gedrosselt hat - wohl auch, um Strom zu sparen. Aber auch mit der niedrigeren Auflösung liefert der Screen des Note 8 eine atemberaubende Darstellung. Die Farben sind knackig, Pixel sind auch nicht zu erkennen, wenn ihr mit der Nase auf dem Bildschirm klebt. Sofern vorhanden spielt das Note 8 auch HDR-Inhalte ab. Dabei seid ihr nicht mehr wie beim Galaxy Note 7 auf das Angebot von Amazon Video beschränkt, auch HDR-Inhalte von Netflix und YouTube sind nun auf dem Samsung-Smartphone abspielbar.

Entsperrt wird das Smartphone wahlweise per Fingerabdruck, was aber wie eingangs erwähnt insbesondere für Rechtshänder nicht zu empfehlen ist, alternativ nutzt ihr die Gesichtserkennung oder den Iris-Scanner. Beide Methoden offenbaren aber auch auf dem Note 8 die vom Galaxy S8 bekannten Schwächen. Die Gesichtserkennung lässt sich mitunter mit einem Foto übertölpeln, andernfalls ist sie quälend langsam, und der Iris-Scanner erfordert eine exakte Ausrichtung des Smartphones in einem bestimmten Abstand vor dem Auge, die uns im Test auch mit viel Übung nicht immer auf Anhieb gelingen wollte. Schade, dass Samsung seine Software hier seit dem S8 offenbar nicht weiterentwickelt hat.

Das gilt aber nicht nur für den Bereich "Gerätesicherheit", auch der im Frühjahr mit viel Tam-Tam angekündigte Sprachassistent Bixby ist, knapp ein halbes Jahr nach dem Release, noch immer nicht viel mehr als eine frühe Beta. Umso nerviger, dass Samsung es Nutzern nicht erlaubt den extra für den Aufruf von Bixby am rechten Gehäuserand platzierten Button vorübergehend mit einer anderen Funktion zu belegen.

Samsung Bixby: Sprachsteuerung ausprobiert

Leider versäumt es Samsung auch, die Nutzeroberfläche TouchWiz mit sinnvollen Features für das Note 8 auszustatten. Zwar gibt es ein paar Optionen für eine leichtere Einhandbedienung, so könnt ihr etwa den Bildschirminhalt verkleinern und nur einen Teil des Screens nutzen. Dann könnt ihr euch aber eigentlich auch direkt ein kleineres Smartphone kaufen. Dabei hätte Samsung mit ein paar einfachen Tricks das Handling erleichtern könnne. Ein zusätzlicher Button in der Navigationsleiste zum Öffnen und Schließen der Benachrichtigungsleiste etwa, würde die Bedienung deutlich erleichtern. Der vorinstallierte Samsung-Browser wäre mit einer Adresszeile am unteren Bildschirmrand eine sinnige Alternative zum ebenfalls installierten Google Chrome. Vielleicht setzt Samsung einige dieser Vorschläge mit dem geplanten Android 8.0-Update um.

S Pen

Lob gibt es dagegen für den S Pen. Technisch hat sich hier zwar seit dem Note 4 nur noch wenig getan, die Zahl der Druckstufen ist mit knapp 4.000 noch immer unverändert, doch hat der Stift an Funktionen gewonnen. So dient er wahlweise als Lupe oder übersetzt Wörter. Zwei sehr sinnvolle und praktische Funktionen, die uns im Test deutlich häufiger als früher zum Stylus greifen ließen. Gut gefallen hat uns in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, Notizen auch bei abgeschalteten Screen zu verfassen. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass Samsung alle genannten Funktionen von den beiden Vorgängern übernommen hat, die in Deutschland nicht erhältlich waren.

Sprachqualität

In Sachen Sprachqualität gibt es nur wenig zu meckern. Die Stimmen der Gesprächspartner kommen klar und natürlich durch die Leitung, die eigene Stimme wird ebenso zum Gesprächspartner transportiert. Nebengeräusche werden dafür nicht immer perfekt gefiltert, was vor allem im windigen Hamburger Hafen im Test die Gesprächsqualität beeinträchtigte.

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Wahlweise könnt ihr das Galaxy Note 8 nun auch in Deutschland als Dual-SIM-Variante erwerben. Das Modell hört auf den namen Note 8 Duos und wird exklusiv über Samsungs Online-Shop angeboten. Legt ihr eine zweite SIM-Karte ein, könnt ihr jedoch nicht mehr den Speicher per microSD-Karte erweitern.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit eines Smartphones ist unter Nutzern stets ein Thema und spielt bei eurer Kaufentscheidung mitunter eine große Rolle. Das ist beim Galaxy Note 8 nicht anders - allerdings hat das Thema hier aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Monaten eine besondere Brisanz. Jahrelang stand das Galaxy Note nämlich vor allem für drei Dinge: großes Display, Bedienstift und eine lange Akkulaufzeit. Doch das Image des Premium-Smartphones hat mit dem Galaxy Note 7 Kratzer bekommen. Samsung musste das Gerät aufgrund von Brand- und Explosionsgefahr vom Markt nehmen. Ursache des Übels waren dabei defekte Akkus.

Dem südkoreanischen Hersteller war dieser Vorfall äußerst unangenehm. Samsung hat daher seitdem zahlreiche Anstrengungen unternommen, um eine Wiederholung zu verhindern. So wurde ein mehrstufiger Akku-Test in den Fabriken eingeführt. Eine weitere Konsequenz: Samsung reduziert die Kapazität der Batterie. Statt wie der Vorgänger 3.500 Milliamperestunden bietet der Akku des Note 8 nur noch 3.300 Milliamperestunden - und das, obwohl sich das Display von 5,7 auf 6,3 Zoll vergrößert hat. Das sorgt bereits im Vorfeld des Marktstarts für Diskussionen. Viele Fans fürchten, dass die Batterie nicht genug Power für einen Tag Laufzeit liefert. Doch Samsung beruhigt, der südkoreanische Hersteller will die Unterschiede in der Batteriekapazität durch Software-Optimierungen aufgefangen haben.

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Doch so ganz stimmt dies nicht. Im Test erreichten wir abhängig von der gewählten Displayhelligkeit eine Laufzeit von 5,5 bis 8,5 Stunden. Damit bleibt das Note 8 deutlich unter den Werten des Galaxy S8+ mit seiner 3.500-Milliamperestunden-Batterie. Die Akkulaufzeit testen wir bei Smartphones mit dem kostenlosen Tool PCMark von Futuremark. Die Android-App bietet diverse Benchmark-Tests an - darunter mit Work 2.0 auch einen Test der Akkulaufzeit des Smartphones. Das Besondere an diesem Test: PCMark spuckt keine abstrusen Zahlen aus, sondern nennt am Ende eine Laufzeit in Stunden und Minuten. Den Akku des Smartphones beansprucht das Tool während des Tests dabei mit verschiedenen Aufgaben, die das Handy auch im Alltag zu bewältigen hat - etwa das Surfen im Netz oder die Bearbeitung von Fotos.

Was bedeutet der Wert des Note 8 in der Praxis? In der Regel solltet ihr mit einer Akkuladung noch immer durch den Tag kommen. Studien gehen von einer durchschnittlichen Smartphone-Nutzungszeit von vier bis sechs Stunden pro Tag aus. Diesen Zeitraum kann das Note 8 mit einer Akkuladung abdecken. Mitunter kann es aber eng werden - vor allem, wenn ihr ständig mit dem Handy daddelt, die Smartphone-Einstellungen ungünstig wählt oder euch längere Zeit in einem Gebiet mit schlechter Netzabdeckung befindet. Abends muss das Note 8 dann auf jeden Fall an die Steckdose. Ein Dauerläufer wie früher ist das Phablet nicht mehr.

Kamera

Mit dem Galaxy Note 8 springt Samsung nun auch auf den Dual-Kamera-Zug auf. Lange hatte sich der südkoreanische Hersteller diesem Trend verweigert. Konkurrenten wie Huawei experimentieren beispielsweise bereits seit über zwei Jahren mit der Technik. Selbst Samsungs Erzrivale Apple setzt beim iPhone 7 Plus bereits eine Doppelkamera ein. Üblicherweise ist der Hersteller aus Cupertino eher zurückhaltend, was solche Trends angeht. Samsung hat sich diesmal also Zeit gelassen. Doch hat das Unternehmen diese auch genutzt, um beim Note 8 mit einer verbesserten Technik aufzuwarten? Die Dual-Kamera des Galaxy Note 8 unterscheidet sich in ihrem Aufbau von der des Huawei P10. Samsung setzt keine unterschiedlichen Sensoren ein. Beide Kameras lösen mit 12 Megapixeln auf und sind in der Lage Farbfotos zu schießen. Beim Huawei P10 besteht die Kamera dagegen aus einem 12-Megapixel-Farb- und einem 20-Megapixel-Monochromssensor. Dennoch sind die beiden Kameras beim Galaxy Note 8 nicht identisch. Der südkoreanische Hersteller verbaut eine Weitwinkellinse und eine sogenannte Telelinse mit einer längeren Brennweite. Samsungs Dual-Kamera ähnelt damit im Aufbau der des iPhone 7 Plus oder der des LG G6.

Samsungs Konstruktion bietet jedoch gleich in mehrerer Hinsicht Vorteile. So verfügen beide Kameras über einen optischen Bildstabilisator. Dieses Bauteil soll verwackelte und unscharfe Aufnahmen verhindern, in dem es kleinere Bewegungen der Kamera ausgleicht. Selbst mit zittrigen Händen sollt ihr also in jeder Situation scharfe Fotos schießen. Bisherige Dual-Kamera-Smartphones wie das iPhone 7 Plus verfügen nur auf einer Linse über einen optischen Bildstabilisator. Verwendet das Smartphone gerade die andere Linse, drohen verwackelte und unscharfe Fotos. Ein weiterer Vorteil der Note 8-Kamera: Die Kameras sind deutlich lichtstärker als die der Konkurrenz. Die Weitweinkellinse bietet eine Blendenöffnung von F/1.7. Die Telelinse immerhin noch F/2.4. Besser ist abgesehen vom LG V30 kein Smartphone, nicht einmal das iPhone X. Leider macht Samsung keine genaueren Angaben zu Blickwinkel und Brennweite der Linsen, sodass hier kein Vergleich möglich ist.

Smartphone/Blende iPhone X LG V30 Galaxy Note 8
Weitwinkel F/1.8 F/1.6 F/1.7
Telelinse F/2.4 F/1.9 F/2.4

Nachdem wir nun den Aufbau der Dual-Kamera des Galaxy Note 8 genauer studiert haben, widmen wir uns den Funktionen. Hier gibt es im Vergleich zur Konkurrenz nur wenig Neues. So simuliert Samsung einen zweifach optischen Zoom. Dies geschieht durch den Wechsel von der Weitwinkel- auf die Tele-Linse. Zusätzlich steht euch wie bei Smartphones üblich ein 10-facher Digitalzoom zur Verfügung. Bei diesem müsst ihr jedoch mit steigendem Zoomfaktor starke Verluste hinsichtlich der Qualität hinnehmen. Darüber hinaus ermöglicht euch die Dual-Kamera des Galaxy Note 8 einen Bokeh-Effekt zu erzeugen. Dieser wird von professionellen Fotografen gerne bei Portraits eingesetzt. Was macht dieser Effekt? Das Gesicht der fotografierten Person ist scharf, der Hintergrund dagegen unscharf. So hebt sich die Person stärker von ihm ab und es entsteht ein plastischer Eindruck. Samsung bezeichnet den Bokeh-Effekt in der Kamera-App als Live Focus. Ihr könnt die Stärke des Effektes in der App einstellen und seht die Veränderungen in Echtzeit. Beim iPhone habt ihr (noch) keine Einflussmöglichkeiten auf den Effekt. Eine weitere Funktion, die andere Dual-Kamera Smartphones nicht bieten, ist die Möglichkeit das Bild aus beiden Kameras in der Galerie abzulegen. Dies erlaubt die Dual-Kamera des Galaxy Note 8 im Modus "Dual Capture". So haltet ihr mit einem Fingerdruck einen Moment aus zwei Perspektiven fest.

Galaxy Note 8: Kamera-Samples

21 Bilder
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Soweit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus? Kurzum: Samsungs Dual-Kamera-Debüt ist äußerst gelungen. Beide Kameras liefern die gewohnt hohe Samsung-Bildqualität und dank dem zweiten optischen Bildstabilisator gelingen sogar bei schwachen Lichtverhältnissen noch ansehnliche und detailreiche Bilder. Allerdings müsst ihr bei der Tele-Linse im Low-Light mit stärkeren Rauschen leben, das ist der kleineren Blende geschuldet. Viel mehr lässt sich aktuell aus einer Smartphone-Kamera unserer Meinung nach nicht rausholen. Ihr könnt euch von der Bildqualität anhand der eingebundenen Mediengalerie überzeugen.

Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy Note 8 ist seit dem 15. September in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 999 Euro.

Samsung Galaxy Note 8: Fazit

Immer noch groß, aber nicht mehr überall überdurchschnittlich 8.5/10

Das Galaxy Note 8 bietet vieles, was die Fans an der Serie so lieben: einen großen Bildschirm, einen hochsensiblen Bedienstift und exzellente Hardware. Auf der Strecke bleibt die überdurchschnittliche Akkulaufzeit, hier ist das Galaxy Note 8 nur noch ein gewöhnliches Smartphone. Samsung verpasst zudem die Chance, das XXL-Smartphone "kompakt zu machen". Trotz Infinity Display ist das Note 8 ein echter Klopper, der sich nur schwer mit einer Hand bedienen lässt.

Das hat uns gefallen

  • Dual-Kamera
  • S Pen
  • wahlweise als Dual-SIM erhältlich

Das hat uns nicht gefallen

  • Fingerabdruckscanner unglücklich platziert
  • mäßige Akkulaufzeit
  • zu wenig Optimierungen für den Einhand-Betrieb
Testnote 8,5 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

10 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wird netzwelt leihweise von Samsung für sechs Monate zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

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Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Samsung Galaxy Note 8 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Samsung Galaxy Note 8 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Samsung Exynos 8895
Display SUPER AMOLED Color (16M) 1440x2960 px (6.3") 522ppi
RAM 6 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 3.300 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Android, Samsung, Smartphone und Samsung Galaxy Note 8.

Das Samsung Galaxy Note 8 wurde ursprünglich mit Android 7.1.2 "Android Nougat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Samsung Galaxy Note 8 die Version 8.0 "Android O" verfügbar.

Samsung Galaxy Note 8 im Zeitverlauf
1 von 4
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