Galaxy Note 9 vs. Note 8: Lohnt sich der Umstieg?

So unterscheiden sich die Samsung-Handys

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von Jan Kluczniok
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Galaxy Note 9 - Galaxy Note 8 Größenvergleich 2

Samsung hat mit dem Note 9 einen Nachfolger für das Galaxy Note 8 präsentiert. Auf den ersten Blick bietet das Handy kaum Neuerungen. Doch ein genauerer Vergleich zeigt, dass sich das Note 9 in vielen Dingen mehr oder weniger stark vom Note 8 unterscheidet. Unser Vergleichstest verrät euch, welche das sind und ob sich der Umstieg für euch lohnt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Stärken und Schwächen im Überblick
  2. Unterschiede im Detail
  3. Fazit: Lohnt sich der Umstieg?
  4. Technische Daten im Vergleich

Samsung-Chef DJ Koh hat Anfang August in New York das Galaxy Note 9 enthüllt. Wer einen flüchtigen Blick das Handy wirft, könnte enttäuscht sein. Auf den ersten Blick ist das neue Samsung-Smartphone von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden. Erwartet Samsung-Fans also nur ein lauer Aufguss des Note 8?

Nicht so vorschnell! Das Note 9 bietet bei genauerer Betrachtung doch die ein oder andere interessante Neuerung. Nachfolgend fassen wir für euch die größten Unterschiede zwischen Note 9 und Note 8 zusammen und verraten euch, ob sich der Umstieg lohnt.

Stärken und Schwächen im Überblick

Beginnen wollen wir unseren Vergleich mit einer Gegenüberstellung unserer Testergebnisse. Das Note 9 erzielte in unserem Test 8,8 von 10 möglichen Punkten, das Note 8 erreichte vor einem Jahr nur 8,5 Punkte. Nachfolgend seht ihr unsere Testergebnisse auf einen Blick und könnt euch selbst ein Bild von den Stärken und Schwächen der beiden Geräte machen. Mit einem Klick auf das jeweilige Produkt gelangt ihr zum ausführlichen Testbericht.

  • Dual-Kamera
  • S Pen
  • wahlweise als Dual-SIM erhältlich
  • Fingerabdruckscanner unglücklich platziert
  • mäßige Akkulaufzeit
  • zu wenig Optimierungen für den Einhand-Betrieb
  • lange Akkulaufzeit
  • S Pen als Fernbedienung nutzbar
  • viel Speicher
  • IP68
  • sehr groß und breit
  • nur Android 8.1 ab Werk
Zum Testbericht 8.5

Immer noch groß, aber nicht mehr überall überdurchschnittlich

Das Galaxy Note 8 bietet vieles, was die Fans an der Serie so lieben: einen großen Bildschirm, einen hochsensiblen Bedienstift und exzellente Hardware. Auf der Strecke bleibt die überdurchschnittliche Akkulaufzeit, hier ist das Galaxy Note 8 nur noch ein gewöhnliches Smartphone. Samsung verpasst zudem die Chance, das XXL-Smartphone "kompakt zu machen". Trotz Infinity Display ist das Note 8 ein echter Klopper, der sich nur schwer mit einer Hand bedienen lässt.

Zum Testbericht 8.8

Groß - in jeder Hinsicht

Samsung beseitigt beim Galaxy Note 9 fast alle Schwächen des Vorgängers. Das Handy bietet wieder eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit, der Fingerabdrucksensor ist besser erreichbar und dank des neuen Fernbedienungsfeatures werden auch S Pen-Muffel ab und an zum Stylus greifen. Leider ist das Note 9 aber weiterhin alles andere als handlich. Das kann die Konkurrenz besser.

Design und Verarbeitung
9/10
Ausstattung und Bedienung
9/10
Sprachqualität
8/10
Akkulaufzeit
6/10
Multimedia
10/10
Leserwertung (164)
7/10
Design und Verarbeitung
8/10
Ausstattung und Bedienung
9/10
Sprachqualität
9/10
Akkulaufzeit
9/10
Multimedia
9/10
Leserwertung (76)
9/10

Unterschiede im Detail

Als nächstes wollen wir detailliert auf die Unterschiede zwischen Note 9 und Note 8 eingehen. Beginnen wollen wir dabei mit der Akkulaufzeit. Sie war eine der größten Schwächen des Galaxy Note 8, das zeigen unsere Testergebnisse deutlich.

Akkulaufzeit

Dabei war die Note-Serie für ihre lange Akkulaufzeit bekannt. Ein Grund dafür dürfte die geringe Kapazität der Note 8-Batterie sein. Der Akku des Note 8 fasst nur 3.300 Milliamperestunden - wohl auch aufgrund des Akku-Debakels beim Note 7 hatte sich der südkoreanische Hersteller für eine "kleine Batterie" entschieden. Beim Nachfolger dürfen Samsung-Fans sich aber auf eine deutlich längere Akkulaufzeit freuen. Samsung verbaut im Note 9 einen 4.000-Milliamperestunden-Akku.

Dieses Upgrade macht sich bereits in Benchmark-Test deutlich bemerkbar. Wir haben die beiden Handys durch die Akku-Tests der Tools GeekBench und PCMark gejagt. In beiden ließ das neue Samsung-Handy seinen Vorgänger deutlich hinter sich. Im PCMark erzielte das Note 9 eine Akkulaufzeit von 12 Stunden und 59 Minuten, das Note 8 kommt hier nur auf einen Wert von knapp 7 Stunden. Auch GeekBench attestiert dem Akku des Note 9 eine deutlich bessere Performance. Am Ende des Akku-Tests weist das Tool eine Punktzahl von 6.256 aus, das Note 8 erzielt dagegen nur 4.152 Punkte. Eine höhere Punktzahl bedeutet bei Geekbench eine bessere Laufzeit.

Da Benchmark-Werte aber nur abstrakte Zahlen sind, haben wir den Akku beider Geräte im Alltag noch einen Stresstest unterzogen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Akkustandes des Note 9 und Note 8 bei der Durchführung alltäglicher Aufgaben. Auch hier ist eine deutliche Verbesserung festzustellen.

Akkustand nach Note 9 Note 8
30 Minuten YouTube 96 Prozent 94 Prozent
200 Megabyte Download (WLAN) 96 Prozent 93 Prozent
30 Minuten Video aufnehmen (Full-HD) 85 Prozent 82 Prozent
30 Minuten Asphalt 8 spielen 77 Prozent 70 Prozent
1 Stunde Standby mit Always-on-Display 76 Prozent 68 Prozent
30 Minuten surfen im Netz (WLAN) 70 Prozent 61 Prozent

Speicher

Nicht nur die Kapazität des Akkus fällt üppiger aus. Auch an Speicherplatz mangelt es Note 9-Nutzern nicht. In der Basisvariante bietet das Samsung-Handy 128 Gigabyte Gerätespeicher, doppelt so viel wie das Galaxy Note 8. Wahlweise gibt es das Note 9 auch mit 512 Gigabyte Speicher zu kaufen. Wem der Platz noch nicht reicht, kann den Speicher jeweils per microSD-Karte erweitern. Damit lässt sich der Gerätespeicher auf über einen Terabyte vergrößern.

Der größere Gerätespeicher kommt vor allem Nutzern zugute, die das Note 9 mit zwei SIM-Karten betreiben wollen. Diese Möglichkeit bietet Samsung nun standardmäßig an, der Kauf eines speziellen Note 9 Duos ist hierfür anders als beim Note 8 nicht mehr notwendig. Allerdings bietet das Handy weiterhin keinen dezidierten zweiten SIM-Slot, sondern nutzt stattdessen hierfür den Slot der Speicherkarte.

Performance

Samsung vertraut auch im Note 9 auf den im Frühjahr vorgestellten, selbst entwickelten Octa-Core-Prozessor Exynos 9810. Gefertigt wird dieser im derzeit aktuellem 10-Nanometer-Verfahren. Der Octa-Core-Prozessor taktet mit maximal 2,8 Gigahertz. Wir haben die Performance des neuen Galaxy-Handys mithilfe der Tools AnTuTu und Geekbench getestet und mit den schärfsten Konkurrenten verglichen.

AnTuTu ist wohl das populärste Tool zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Die App prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher werden getestet. GeekBench fokussiert sich dagegen vor allem auf die Leistungsfähigkeit der CPU. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist das Ergebnis. So hat sich das Note 9 im Vergleich zur Konkurrenz und zum Vorgänger geschlagen:

Benchmark/Handy Note 9 OnePlus 6 Galaxy S9 iPhone X Note 8
GeekBench (Single-Core) 3.595 Punkte 2.448 Punkte 3.748 Punkte 4.265 Punkte 2.019 Punkte
GeekBench (Multi-Core) 9.058 Punkte 9.071 Punkte 8.911 Punkte 10.292 Punkte 6.715 Punkte
AnTuTu 247.814 Punkte 264.828 Punkte 247.380 Punkte 246.465 Punkte 176.497 Punkte

Leistungstechnisch sortiert sich das Note 9 wenig überraschend in der Spitzengruppe ein. In unserem Benchmarkvergleich landete es hinter OnePlus 6 und iPhone X auf dem dritten Platz. Gegenüber dem Vorgänger konnten wir einen Leistungszuwachs von 25 bis 33 Prozent messen. Dieser dürfte im Alltag jedoch nur selten zu spüren sein. Gefordert wird der Exynos 9810 nur in Sonderfällen, wie bei der Nutzung der VR-Brille Gear VR.

Kamera

In Sachen Kamera erbt das Note 9 das Modul des Galaxy S9+. Der Note 8-Nachfolger verfügt also über eine Kamera mit variabler Blende. Bei Dunkelheit und Dämmerung nutzt das Note 9 eine lichtstarke F/1.5-Blende. Um Bildfehler zu vermeiden, wechselt das Smartphone bei guten Lichtverhältnissen auf eine F/2.4-Blende. Zoomt ihr über die Telelinse an ein Objekt heran, fotografiert das Handy stetig mit einer F/2.4-Blende. Denn nur die Weitwinkellinse besitzt eine variable Blende.

Das klingt zunächst revolutionär, tatsächlich ist der Nutzen für euch im Alltag aber gering. Auch ohne variable Blende lassen sich mit aktuellen Top-Smartphones gute Bilder bei Dunkelheit und Dämmerung schießen. Das zeigen unsere Blindvergleiche zwischen Pixel 2 XL und Galaxy S9 sowie OnePlus 6 und Galaxy S9.

Darüberhinaus machen auch das Note 8 und das Galaxy S8 bei schwachen Lichtverhältnissen bereits gute Bilder - wie der folgende Bildvergleich zwischen S9 und S8 zeigt. Teilweise gelingt dem Galaxy S8 im Vergleich sogar eine natürlichere Darstellung der Szenerie. Ähnlich gering fallen die Unterschiede bei Nachtaufnahmen zwischen Note 9 und Note 8 aus.

Galaxy S8 - Sample
S9 - Sample

Links seht ihr ein mit dem Galaxy S9 gemachtes Bild, rechts haben wir die Aufnahme mit dem Galaxy S8 nachgestellt.

Doch nicht nur die variable Blende erbt das Note 9 von der Kamera des S9+, auch Superzeitlupenaufnahmen mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde sind nun möglich. Wie so eine Superzeitlupe aussieht, könnt ihr euch im folgenden Video einmal anschauen. Es wurde mit dem Galaxy S9 gedreht. Sowohl beim Galaxy S9 und Note 9 benötigt ihr sehr viel Licht, um eine brauchbare Aufnahme zu erzielen.

Galaxy S9: Super-Slow-Mo in Aktion

S Pen

Der Bedienstift S Pen zählt zu einem der letzten Alleinstellungsmerkmale, die der Smartphone-Serie geblieben sind. Ein großes Display bietet inzwischen ja auch das Galaxy S9+. Wenig verwunderlich also, dass Samsung sich in der Vermarktung des neuen Smartphones auf den Stift konzentriert.

Der S Pen des Galaxy Note 9 kann nun via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren. Dies ermöglicht euch als Nutzer neue Funktionen, abseits vom Notizen machen und Zeichnen. So lässt sich der Stift beispielsweise als Fernauslöser für die Kamera des Smartphones nutzen oder ihr könnt mit dem Stylus durch PowerPoint-Präsentationen schalten. Gerade für den Business-Einsatz ist der neue S Pen-Klasse. Geladen wird er über das Smartphone, weshalb sich dieses Feature nicht so leicht von findigen Entwicklern auf das Note 8 portieren lässt.

Samsung Dex

Neben diesen größeren Neuerungen hat Samsung auch ein paar Detailverbesserungen vorgenommen. So läuft das Note 9 ab Werk mit Android 8.1, während Note 8-Nutzer sich vorerst mit Android 8.0 begnügen müssen. Die Neuerungen von Android 8.1 fallen im Vergleich aber marginal aus, sodass sich dies verkraften lässt.

Zudem könnt ihr den Desktop-Modus Samsung Dex nun auch ohne Docking-Station nutzen. Möglich macht dies ein neues Kühlsystem. Neben einer bereits aus der S9-Serie bekannten Heat Pipe verbaut der südkoreanische Hersteller zusätzlich auch eine Carbon-Wärmeleitfolie. So soll das Gerät bei der Dex-Nutzung auch ohne Docking-Station mit Lüfter einen kühlen Kopf bewahren. Des Weiteren ist die Zahl der ausführbaren Apps auf in diesem Modus auf fünf beschränkt.

Fingerabdrucksensor

Beim Note 9 (links) befindet sich der Fingerabdrucksensor nun unterhalb der Kamera.
Beim Note 9 (links) befindet sich der Fingerabdrucksensor nun unterhalb der Kamera. (Quelle: netzwelt)

In Sachen Design sehen sich Note 9 und Note 8 zwar sehr ähnlich, allerdings könnt ihr anhand der Position des Fingerabdrucksensors beide Geräte auseinander halten. Während sich der Scanner beim Note 8 auf der Rückseite rechts neben der Kamera befindet, ist er beim Note 9 unterhalb dieser platziert. In der neuen Position ist der Sensor deutlich einfacher zu erreichen als zuvor.

Fazit: Lohnt sich der Umstieg?

Ein Umstieg vom Note 8 auf das Note 9 lohnt sich vor allem für Nutzer, die von der Akkulaufzeit des Smartphones enttäuscht sind. Des Weiteren ist das Modell aufgrund des größeren Speichers für Nutzer interessant, die das Handy mit zwei SIM-Karten betreiben. Wer beruflich häufig Vorträge hält, hat mit dem Note 9 zudem dank Bluetooth-Stift und Dex ohne Dock-Funktion ein vollwertiges Präsentationswerkzeug in der Hosentasche.

Gehört ihr nicht zu einer dieser drei Nutzergruppen, werdet ihr vermutlich auch mit dem Note 8 glücklich. Den Vorgänger erhaltet ihr im Handel aktuell knapp 300 Euro günstiger als das neue Galaxy Note 9.

Technische Daten im Vergleich

Nachfolgend könnt ihr noch einmal einen Blick auf die Spezifikationen der beiden Geräte werfen. Wir haben euch die wichtigsten technischen Daten gegenübergestellt. Hinweis: Das folgende Datenblatt des Galaxy Note 9 behandelt die US-Version. Diese unterscheidet sich in einigen Punkten (Prozessor, etc.) vom deutschen Modell. Das Datenblatt für die deutsche Modellvariante reichen wir alsbald nach.

Technische Daten Samsung Galaxy Note 8 Samsung Galaxy Note 9
Prozessor Samsung Exynos 8895Qualcomm Snapdragon 845
Display SUPER AMOLED Color (16M) 1440x2960 px (6.3") 522ppiSUPER AMOLED Color (16M) 1440x2960 px (6.4") 514ppi
RAM 6 GB6 GB
Gerätespeicher 64 GB64 GB
Akku 3.300 Milliamperestunden4.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel12 Megapixel
Frontkamera 8 Megapixel8 Megapixel
Gewicht 195 g201 g
Abmessungen 162,5×74,8×8,6 mm161,9×76,3×8,8 mm
SIM-Karte Nano SimNano Sim
Austauschbarer Akku Nein Nein
Frontkamera - Auflösung 32643264
WiFi 802.11 a/b/g/n/ac802.11 a/b/g/n/ac
Dual-SIM Nein Nein
Bluetooth 55
NFC Ja Ja
Fingerabdruckscanner Ja Ja
Kopfhöreranschluss Ja Ja
Radio Nein Ja
Zum Konfigurator

In der Tabelle findet ihr noch einmal die wichtigsten Spezifikationen der beiden Smartphones auf einen Blick. Wollt ihr mehr technische Daten sehen, drückt auf den Knopf rechts. Wollt ihr eines der beiden Smartphones mit einem anderen Modell vergleichen? In unserem Handy-Vergleich könnt ihr über 300 Smartphones miteinander vergleichen.

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