The Division: Test für PC, PS4, Xbox One - fieser Hampelmann in New York

Rollenspiel-Shooter von Ubisoft

Im Team macht The Division besonders viel Spaß.

New York muss ziemlich einstecken. Ein tödliches Virus dezimiert die Bevölkerung in The Division und verwandelt die Stadt in einen Friedhof voller Gewalt, Anarchie und Chaos. Im Spiel sind wir als die "Division" die letzte Hoffnung der Menschen. Wir haben den Rollenspiel-Shooter mehr als 30 Stunden gespielt - das ist unser Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Ziel in The Division
  2. Musik aus den Achtzigern - Grafik mit Zukunft
  3. Erste Missionen im Multiplayer
  4. Kämpfe à la Gears of War und Destiny
  5. Makel des Genres und Atmosphäre-Killer
  6. Level-Cap ist Stufe 30 - und danach?
  7. Die Dark Zone
  8. Fazit

The Division bietet ein "Theme from New York, New York". Frank Sinatra hat die musikalische Liebesbekundung an die schillernde Stadt erst richtig bekannt gemacht. Er singt von einer Stadt, die niemals schläft, einem Neustart. Er möchte Teil von ihr sein - genau wie ich. Ich sitze bereits in einem Hubschrauber in Richtung Manhattan.

Doch was sich vor meinen Augen darbietet, ist weniger schillernd. Quarantänezonen, verlassene Gebäude und Militär. Schreie und Schussgeräusche durchdringen meinen Gehörgang. Sinatra hört sich besser an.

Er sah in seinen besten Jahren auch schicker aus als mein Charakter. Zu Beginn von The Division sind mir im Editor aber auch die Hände gebunden. Es gibt viel zu wenig Gesichtstypen, Frisuren und Einstellungsmöglichkeiten. Es hat in meinem Fall nur zu einem vernarbten "Macklemore" gereicht.

Das Ziel in The Division

Fazit zu Tom Clancy’s The Division

Das passt ins Bild, schließlich ist das New York von The Division nicht mehr die Stadt der Träume. Es ist ein verlassener Ort, Zivilisten streunen nur vereinzelt durch die langen Häuserschluchten. Sie bitten um Hilfe oder werden von Straßengangs bedroht. Fraktionen wie die Cleaners vernichten mit ihren Flammenwerfern alles, was mit dem Virus zu tun haben könnte. Die Rikers sind wiederum Häftlinge aus "Old New York", die ihr Glück mit Chaos und Gewalt versuchen. Das Last Man Battalion versucht bei all der Anarchie, mit eiserner Faust die Ordnung wiederherzustellen. An friedliche Lösungen ist offenbar nicht zu denken - ach, Menschheit - vielleicht sollten wir das Virus mal machen lassen.

In dieser Welt lande ich als Spieler und versuche, in der Fraktion "The Division" das Virus zu bekämpfen, Menschenleben zu retten und New York zurückzugewinnen. Konkrete Missionen hierzu gibt es in der Operationsbasis, genau wie einen Interaktions-Overkill aus Händlern, Tech-, Medizin- und Sicherheitsflügeln, Lagertruhen, Charakteren, Laptops und der Einsatztafel. Schnell weg hier. Draußen auf der Straße spielt die Musik.

The Division - Test-Screenshots

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Musik aus den Achtzigern - Grafik mit Zukunft

Meine Sinatra-MP3 entpuppt sich nun als fehlerhaft, aber die Originalmusik von The Division ist auch ganz gut. Instrumentale Tracks im Stile der Achtzigerjahre erinnern an Actionfilme vergangener Tage - passt irgendwie.

Auditiv bin ich in The Division angekommen, doch auch optisch gibt es nichts zu meckern. Entwickler Ubisoft Massive hat in Kooperation mit anderen Studios grafisch nahezu alles richtig gemacht. Die Snowdrop-Engine bietet einen Augenschmaus aus detaillierten Gebäuden, herrlichen Licht- und Spiegeleffekten. Das Licht spiegelt sich in den Fenstern eines Hochhauses, das sich in einer Pfütze spiegelt - wow. Autoscheiben zersplittern genau so, wie ihr Löcher hineinschießt - richtungsweisend! Autoreifen lassen sich zerschießen - ATEMBERAUBEND. Auch die Bildwiederholrate ist stabil. Auf der PS4 konnte ich keine Ruckler feststellen.

Erste Missionen im Multiplayer

Zu lange sollte ich jedoch nicht damit zubringen, Musik, Physik und Grafik zu bewundern. Es geht schließlich um Menschenleben! Diese rette ich in ersten Missionen, dank der die Flügel der Operationsbasis freigeschaltet werden. Auf diese Weise gewährt uns die Basis Zugriff auf viele Fähigkeiten, Talente und Vorteile (Perks). Wir werden somit stärker, gewinnen Erfahrungspunkte und steigen nach vielen Missionen und Nebeneinsätzen im Level.

Vor einer Mission bekomme ich den Vorschlag, mich mit anderen Spielern zu verbünden. Im Test läuft das einwandfrei. Nach einigen Sekunden geht es zu zweit ins Gefecht. Im Handumdrehen ist auch eine Gruppe aus Freunden erstellt. Kooperativ macht es gleich viel mehr Spaß. Wir sprechen uns ab, wählen unterschiedliche Fertigkeiten (Heilung, Geschützturm oder etwa das ballistische Schild) und greifen von mehreren Seiten an - echte Teamarbeit.

Kämpfe à la Gears of War und Destiny

Deckung ist das A und O in The Division. Per Knopfdruck schlittern wir vor Autos, Mauern, Sessel und sind so vor feindlichen Angriffen geschützt. Wir wechseln die Deckung laufend und in geduckter Haltung wie in Gears of War.

Ähnlich schießen wir auch blind aus der Defensive oder stehen nur für wenige Sekunden auf, um kontrollierte Feuerstöße auf den Gegner abzugeben. Wildes Rumgeballer bringt nicht viel. Lediglich mit Waffen-Mods erhöht ihr die Präzision der Waffe oder bringt bessere Magazine oder gar Fernrohre an.

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Im Gefecht erinnern wir uns gerade bei stärken Gegnern an Destiny. Es sind zwar alles nur menschliche Feinde, doch erweisen sie sich als überaus widerstandsfähig und stecken auch mal 20 Kopftreffer ein. Das läuft in Destiny mit einigen Bossen ganz ähnlich. In The Division wirkt es jedoch besonders merkwürdig, da die Spielwelt optisch an die Gegenwart der Erde angelehnt ist.

Makel des Genres und Atmosphäre-Killer

Es ist eine Frage der Plausibilität. Wir spielen Kämpfer in uns bekannter Kleidung, mit uns bekannten Waffen und in New York, einer Weltstadt, die viele wiedererkennen. Wir werden durch das oben beschriebene Verhältnis aus Waffenschaden und der Widerstandsfähigkeit der Gegner aus dieser aussichtslosen Welt und aus der durchaus gelungen Atmosphäre gerissen. Wir werden in solchen Momenten daran erinnert, dass The Division einfach mehr Spiel als Erlebnis ist.

Weitere Beispiele gefällig? Kaum eine Tür in ganz New York lässt sich öffnen. Wir können zwar Autoscheiben zerschießen, dafür sind die meisten anderen Gebäude und Scheiben unzerstörbar. Ubisoft hat unseren Spielplatz auf die Straße gelegt - ein gefährliches Pflaster.

Laufen wir dort herum, finden wir übrigens keine anderen Online-Spieler, sondern nur (wenige) Computer-gesteuerte Gegner und CPU-Zivilisten. Selbst in der Operationsbasis sind wir allein mit der CPU. Wir müssen andere Spieler aktiv über Menüs suchen, etwa vor Missionen oder Freunde in eine Party einladen - das ist schade und uninspiriert für diese Art Spiel. Viele Spieler werden aber mit diesen Makeln leben können, denn das Gameplay macht immer noch Spaß.

Weniger berauschend ist allerdings die Geschichte von The Division. Die Story hält euch bestenfalls zehn bis 15 Stunden bei Laune, wirklich spannend ist sie dabei leider nicht. Kauft das Spiel nicht, wenn euch einfach nur eine gute Geschichte wichtig ist.

Level-Cap ist Stufe 30 - und danach?

Nachdem wir in The Division viele Erfahrungspunkte gesammelt und die Maximalstufe 30 erreicht haben (so könnte ein Stufe 30-Charakter aussehen), absolvieren wir sogenannte "Tageseinsätze" auch auf der Schwierigkeitsstufe "herausfordernd". Wir bekommen dadurch nahezu immer einen gelben Highend-Gegenstand und weitere Belohnungen.

Die Gegner sind auf "herausfordernd" allerdings ziemlich bissig. Gepanzerte Muskelmänner mit Maschinengewehren sind hier sogar auf Stufe 32 - dieses Level ist für Spieler gar nicht erreichbar. Macht diese Missionen also unbedingt im Team, ebenso wie folgendes Abenteuer....

Die Dark Zone

Das Beste zum Spiel haben wir uns immerhin für den Schluss aufgehoben. Die Dark Zone ist das PvP-Gebiet und das Herzstück von The Division. Hier gibt es die stärksten Gegner, die besten Ausrüstungsgegenstände - es ist der Ort, an dem wir nach Erreichen des Maximallevels nach weiteren Herausforderungen lechzen. Es gilt hier sogar ein separates Levelsystem nur für dieses Gebiet. Ihr sammelt in der Dark Zone also nur Erfahrungspunkte für euer Dark Zone-Level.

The Division: Guide für die Dark Zone

Die Dark Zone ist ein gefährliches Gebiet in The Division. Hier trefft ihr auf tödliche Computergegner und andere Spieler, die euch für euren Loot töten. Unser Guide erklärt euch die Dark Zone und gibt euch ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg durch die Quarantänezone.


Jetzt lesen

Interessant ist das Konzept schon mal, da wir in der Dark Zone auf andere Online-Spieler treffen und uns mit ihnen verbünden oder sie spontan erschießen. Jedes Aufeinandertreffen birgt Spannung und niemand weiß, ob er dem anderen trauen kann - das ist Thriller-Kopfkino. Jemand grüßt mit der Hampelmann-Geste, hilft uns und tötet und hinterher - das alles ist hier möglich.

Wenn wir andere allerdings angreifen, werden wir abtrünnig und auf der Minikarte naher Spieler markiert und gebrandmarkt. Überleben wir als Abtrünnige einen bestimmten Zeitraum, gibt es mehr Erfahrungspunkte und Geld. Wer uns in diesem Status erschießt, bekommt allerdings auch einen Bonus. Mit Patch 1.02 hat Ubisoft die Belohnungen sogar noch erhöht, mit schweren Folgen.

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Während viele Spieler zuvor auf ein gegenseitiges Massaker verzichteten und zusammen Truhen, Erfahrungspunkte und Geld farmen, warten nun hinter jeder Ecke hinterlistige Gruppen, die auf unseren Loot aus sind und uns ohne Skrupel ausschalten. Wer jetzt alleine unterwegs ist, hat es richtig schwer. Ubisoft macht hier klar: The Division ist in erster Linie ein Multiplayer-Spiel.

Tom Clancy's The Division: Fazit

Beinhart in der Dark Zone 8/10

The Division entpuppt sich als schöner Rollenspiel-Shooter und als echte Alternative zu Destiny. Grafik und Gameplay machen Spaß, ebenso wie der Multiplayer. Mit der Dark Zone und dem Mix aus PvP und PvE ist Ubisoft ein frisches Spielelement gelungen. Hoffentlich gibt es künftig auch hierfür weitere Inhalte, damit es ja nicht langweilig wird. Solospieler sollten sich einen Kauf von The Division gut überlegen. Die Geschichte ist recht dünn und schnell durchgespielt. Im Endgame kommt ihr außerdem deutlich besser voran, wenn ihr im Team unterwegs seid.

Das hat uns gefallen

  • Schöne Grafik
  • Passender Soundtrack
  • Guter Multiplayer
  • Solide Kämpfe
  • Flüssige Bildwiederholrate
  • Viele Details
  • Frisches Chaos in der Dark Zone

Das hat uns nicht gefallen

  • Dürftiger Charaktereditor
  • Wenig CPU-Gegner
  • Außerhalb der Dark Zone laufen keine Spieler rum
  • Im Endgame schwer für Solospieler
Testnote 8,0 von 10
Darius Schuiszill NEU
Bewertet von Darius Schuiszill
9,0 / 10
Spielzeit

Spielzeit Wie lange ist die durchschnittliche Spielzeit? Wie viele Stunden kann ich Spaß am Multiplayer-Modus haben? Ein Punkt auf der Skala entspricht zehn Spielstunden.

6,0 / 10
Einstieg

Einstieg Wie einfach gelingt der Einstieg ins Spiel? Brauche ich eine enorme Eingewöhnungszeit? Ziehen sich die ersten Stunden durch lange Tutorials in die Länge? Lässt mich das Spiel ohne Anleitungen ratlos zurück?

9,0 / 10
Technik

Technik Wird das Spiel von Bugs geplagt? Beeinträchtigen starke Performance-Probleme das Spiel? Funktionieren die Online-Modi einwandfrei?

Informationen zum Spiel

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Tom Clancy's The Division selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 148 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

Tom Clancy's The Division wurde in folgende Videospiel-Bestenlisten einsortiert.

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