Uncharted 4 - A Thief's End im Test: Pflichtkauf

Nathan Drakes letztes Abenteuer

von Thomas Freund
Teaser Uncharted 4

In Uncharted 4: A Thief's End begibt sich unser allerliebster Soziopath ein letztes Mal auf große Schatzsuche - doch wollt ihr überhaupt auf den Trip mitgenommen werden? Natürlich wollt ihr das und unser ausführlicher Testbericht bereitet euch darauf vor.

Inhaltsverzeichnis

  1. The Last of Us lässt grüßen
  2. Storytelling für Fortgeschrittene
  3. Lineare "Open World"
  4. Irgendwie lahm, diese Bösewichte
  5. Tipps und Tricks für Uncharted 4: A Thief's End
  6. Fazit

Nach El Dorado, Shambhala und der verlorenen Stadt Iram wollte Nathan Drake das nervenaufreibende Schatzsucher-Business eigentlich hinter sich lassen - eigentlich. Diese Pläne ändern sich allerdings schlagartig, als Drake eines Abends von seinem lange Zeit tot geglaubten Bruder Sam aufgesucht wird, dessen vollständiges Anliegen ich euch aufgrund von Spoilern lieber vorenthalten möchte. Übrigens werdet ihr in diesem Review keinen einzigen Spoiler finden und außerdem stammen alle Bilder direkt aus dem Spiel, damit ihr euch keine "Bullshots" ansehen braucht - davon gibt es im Netz schließlich schon genug.

Um ehrlich zu sein, mich machte es zunächst ein wenig stutzig, dass Naughty Dog nach drei Uncharted-Spielen - die mobilen Ableger nicht mitgezählt - einen verschollenen Charakter für eine neue Rahmenhandlung aus dem Ärmel schüttelte; in keinem der Vorgänger wurde Sam auch nur mit einem Wort erwähnt. Meine Zweifel wurden aber schon nach wenigen Spielsekunden über Bord geworfen, denn Sam - der von Videospielsynchronisationsikone Troy Baker dargestellt wird - stellt eine wirkliche Bereicherung für das ohnehin schon tolle Charakter-Ensemble der Action-Adventure-Serie dar - und das sowohl als Typ, als auch spielerisch.

Nates Bruder Sam wird von Troy Baker dargestellt.
Nates Bruder Sam wird von Troy Baker dargestellt. (Quelle: Screenshot netzwelt / Sony)

The Last of Us lässt grüßen

Während die NPC-Begleiter in den vorherigen Uncharted-Teilen lediglich ab und zu ein paar Schüsse und flotte Sprüche von sich gaben, ließ Naughty Dog spürbar Gameplay-Mechaniken aus The Last of Us einfließen. Wenn euch Sam zur Seite steht, dann unterstützt er euch bei Faustkämpfen, lenkt Gegner ab - so wie Ellie eben, die bei The Last of Us gerne mal mit Ziegelsteinen gegnerische Köpfe zermalmt. Dumme und flapsige Sprüche, für die viele Fans das Franchise lieben, gibt es dabei natürlich noch "on top", wie sollte es auch anders sein.

Aber nicht nur ein paar spielerische Kniffe aus The Last of Us finden sich in Uncharted 4: A Thief's End wieder, die komplette Stimmung des Action-Adventures ist düsterer, realistischer und ernster als noch bei den Vorgängern. Das liegt zum einem daran, dass Amy Hennig nicht mehr für Naughty Dog tätig ist; Hennig ist quasi die Ziehmutter von Drake und für die Geschichten der PS3-Trilogie verantwortlich. Zum anderen liegt es an Neil Druckmann und Bruce Straley, die uns schon in The Last of Us mit ihrem Storytelling berühren konnten - auch wenn es in Uncharted 4 vielleicht nicht ganz so emotional wie in der Postapokalypse zugeht.

Uncharted 4 - A Thief's End: Test-Screenshots

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Storytelling für Fortgeschrittene

In Uncharted 4: A Thief's End begebt ihr euch auf die Suche nach der sagenumwobenen Piratenkolonie Libertalia, die irgendwo in Madagaskar liegen soll. Euer Ziel liegt nach Sams Besuch klar vor Augen und die Reise dorthin ist "straight forward". Allerdings gibt es hier und da Zeitsprünge, in denen die Beziehung zwischen den einzelnen Charakteren ausgebaut wird. Ihr spielt dabei erneut den kleinen Drake, aber auch andere Figuren, mit denen ihr niemals gerechnet hättet - versprochen. Mir gefällt diese Art der Erzählung - die wir aus dem Kino spätestens seit Pulp Fiction kennen - wirklich sehr gut, auch wenn es dabei Abschnitte gibt, die euch beinahe zum Nichtstun verdonnern.

Zwischen den unzähligen Kapiteln - es gibt mehr als 20 - wird natürlich auch wieder aus allen Rohren gefeuert, nur dieses Mal fühlt sich das ein klein wenig besser an. Die Steuerung ist leicht zugänglich und für Controller-Muffel wurde sogar eine Auto-Aim-Funktion implementiert, die euch das Zielen vollständig abnimmt. Vorbei sind zum Glück die ewig andauernden Arena-Kämpfe der Vorgänger, an die ihr euch vermutlich nicht so gern zurückerinnert. Einige Kämpfe lassen sich durch die neue Schleich-Mechanik übrigens vollständig umgehen. Über den Köpfen der Gegner wird neuerdings ein Symbol angezeigt, wenn ihr entdeckt werdet. So könnt ihr euch gediegen durch hohes Gras an euren Widersachern vorbeischummeln. Snake gefällt das.

In Madagaskar erkundet ihr weitläufige Areale mit einem Jeep.
In Madagaskar erkundet ihr weitläufige Areale mit einem Jeep. (Quelle: Screenshot netzwelt / Sony)

Lineare "Open World"

Obwohl Uncharted 4: A Thief's End größtenteils linear abläuft, ist das Leveldesign weniger schlauchartig als noch bei den Vorgängern. Bei einigen Kletterpassagen führen nun mehrere Wege zum Ziel und auch gibt es Levelabschnitte, die sich wie eine kleine "Open World" anfühlen. In Madagaskar erkundet ihr beispielsweise ein riesiges Gebiet mit einem Jeep, bei dem ihr fernab der Hauptstraße interessante Entdeckungen machen könnt - müsst ihr aber natürlich nicht.

Beim Klettern gibt es ebenfalls ein kleine - aber feine - Änderung: einen Greifhaken. Dieses Gadget gestaltet die sonst eher langweilige Affenarbeit ein wenig spektakulärer und auch für Rätsel kommt das Ding zum Einsatz. Im späteren Spielverlauf werdet ihr zudem eine kleine Picke finden, die ihr zum Klettern in poröses Gestein kloppen könnt, aber fernab davon ist die Bergsteigerei eher langweilig - vom wirklich atemberaubenden Ausblick einmal abgesehen.

Nadine Ross bekommt viel zu wenig "Screentime".
Nadine Ross bekommt viel zu wenig "Screentime". (Quelle: Screenshot netzwelt / Sony)

Irgendwie lahm, diese Bösewichte

Ein wenig enttäuscht wurde ich von Drakes GegenspielerInnen: Nadine Ross und Rafe Adler. Beide sind nicht mal ansatzweise vom Kaliber eines Lazarevics und zudem kam es mir so vor, als ob sie einfach nur da waren, weil es eben Antagonisten geben muss. Natürlich wurden die Dialoge, Mimik und Gestik von Adler und Ross brillant in Szene gesetzt, aber irgendwie waren mir die zwei völlig egal. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass beide in Uncharted 4: A Thief's End kaum Bildschirmzeit bekommen, Potential haben die Charaktere nämlich.

Sofern ihr euch noch keine Trailer oder Screenshots angeschaut haben solltet: Uncharted 4 sieht wirklich atemberaubend aus, aber das erwarten wir mittlerweile von Naughty Dogs Spielen, oder? Es gibt zahlreiche Spielmomente, in denen meine Kinnlade einfach ungewollt nach unten klappte, kein Scheiß! Meine Freundin staunte auch nicht schlecht und fragte ab und zu beim Vorbeigehen, "ob ich denn gerade spiele" - offensichtlich dachte sie, es handele sich um CGI-Szenen. Mich wundert übrigens nicht mehr, wie beim Durchspielen von Uncharted 4: A Thief's End über 500 Screenshots entstehen konnten - ich wollte diese grafisch beeindruckenden Momente einfach irgendwie festhalten. Und davon gibt es etliche.

Tipps und Tricks für Uncharted 4: A Thief's End

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    In Uncharted 4: A Thief's End lassen sich insgesamt zehn Spielmodifikatoren freischalten, darunter auch einer für unendlich Munition. Dieser Artikel verrät euch, wie ihr an diese Modifikatoren gelangt.

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Uncharted 4: A Thief's End: Fazit

Action-Blockbuster der Superlative 9.5/10

Uncharted 4: A Thief's End ist eine konsequente Weiterentwicklung des Franchises, die nahezu in allen Punkten glänzen kann. Sofern ihr eine PlayStation 4 euer Eigen nennt, müsst ihr den Titel gespielt haben, da führt "leider" gar kein Weg dran vorbei. Obwohl die Grundstimmung ein wenig ruhiger und ernster ist, lässt es Naughty Dog dafür in den Action-Szenen um so mehr krachen. Vielleicht ist Uncharted 4: A Thief's End insgesamt nicht ganz so bahnbrechend wie damals Uncharted 2: Among Thieves, dafür setzt das Action-Adventure in Sachen Grafik und Storytelling die Messlatte sehr weit oben an. Ich kenne derzeit kein schöneres und spannenderes Videospiel, um ehrlich zu sein.

Das hat uns gefallen

  • Fantastische Grafik
  • Stimmiger Soundtrack
  • Glaubhafte Charaktere
  • Unterhaltsame Dialoge
  • Mehrspieler-Modus

Das hat uns nicht gefallen

  • Uninteressante Antagonisten
  • Kein echter "Bossfight"
  • Mikrotransaktionen
Testnote 9,5 von 10
Thomas Freund
Bewertet von Thomas Freund
3,0 / 10
Spielzeit

Spielzeit Wie lange ist die durchschnittliche Spielzeit? Wie viele Stunden kann ich Spaß am Multiplayer-Modus haben? Ein Punkt auf der Skala entspricht zehn Spielstunden.

9,0 / 10
Einstieg

Einstieg Wie einfach gelingt der Einstieg ins Spiel? Brauche ich eine enorme Eingewöhnungszeit? Ziehen sich die ersten Stunden durch lange Tutorials in die Länge? Lässt mich das Spiel ohne Anleitungen ratlos zurück?

10 / 10
Technik

Technik Wird das Spiel von Bugs geplagt? Beeinträchtigen starke Performance-Probleme das Spiel? Funktionieren die Online-Modi einwandfrei?

Informationen zum Spiel

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

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Einsortierung und Informationen zum Spiel

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