Vernee Mars im Test: Wie kompromissbereit seid ihr?

Viel Hardware für wenig Geld, aber auch einige Schwächen

Vernee Mars 7

Das Vernee Mars sieht nicht nur optisch gut aus, sondern hat auch unter der Haube jede Menge zu bieten. Vier Gigabyte RAM, 32 Gigabyte Speicher, USB C und Quick Charge - solch eine Ausstattung bieten nicht viele Smartphones für 250 Euro. Wo ist der Haken? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit & Alternativen
  7. Datenblatt

 - Für das Vernee Mars ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Das Vernee Mars erhält nun auch in Deutschland ein Update auf Android 7.0 Nougat. Auf den aktuellen Stand ist das Smartphone danach jedoch nicht unbedingt.

Mit dem Apollo Lite hat der noch junge chinesische Hersteller Vernee auch auf dem deutschen Markt ein Ausrufezeichen gesetzt. Kann Vernee mit dem neuen Modell Mars nachlegen? Die Voraussetzungen sind dafür durchaus vorhanden. Der Erstkontakt mit dem Androiden ist positiv. Das Gehäuse vermittelt einen robusten und wertigen Eindruck.

Design und Verarbeitung

Es besteht vollständig aus Metall. Auf das Einsetzen von Plastikelementen an den Rändern zur Steigerung der Empfangsleistung verzichtet Vernee und setzt stattdessen auf die teurere Lösung in Form von in das Metall eingearbeiteter Antennenstreifen. Diese verlaufen wie beim iPhone 7 am Rand des Smartphones und zerfurchen so nicht den schönen Alu-Rücken. Müsste ich allein anhand des ersten Eindrucks den Preis dieses Smartphones schätzen, würde ein deutlich höherer Wert als die von Vernee angesetzten 250 Euro herauskommen.

Vernee Mars im Test

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Das Vernee Apollo Mars ist 5,5 Zoll groß. Gegenüber dieser Displaygröße gibt es immer noch Vorurteile. Vielen Nutzer sind Smartphones mit einem Display über fünf Zoll einfach zu groß. Wenn ihr das Vernee Mars jedoch in die Hand nehmt, wird es euch kaum wie ein 5,5-Zoll-Smartphone vorkommen. Vernee hat darauf geachtet das große Display möglichst kompakt zu verbauen. So misst das Mars nur 151 x 73 x 7,6 Millimeter und ist damit deutlich kleiner als andere 5,5-Zöller. Zum Vergleich: Das iPhone 7 Plus ist sieben Millimeter höher und fünf Millimeter breiter als das Vernee Mars.

Möglich wird dies vor allem dadurch, dass der Bildschirm links und rechts kaum einen Rand aufweist. Mit knapp einem Millimeter bewegt sich die Rahmengröße auf dem Niveau von Premiummodellen wie dem OnePlus 3. Unschön jedoch: Unter dem Screen befindet sich ein breiter, schwarzer und ungenutzter Bereich. Vernee verzichtet darauf, hier Bedientasten für die Funktionen "Home", "Zurück" und "Multi-Tasking" zu platzieren und setzt stattdessen auf virtuelle Schaltflächen. Warum? Das bleibt Vernees Geheimnis.

Ein weiterer kleiner Schönheitsfehler: Das Design des Vernee Mars ist im Vergleich zum Schwestermodell Apollo Lite nicht nur kantiger, die Kanten sind stellenweise auch sehr scharf, was beim Halten des Smartphones unangenehm sein kann. Ernsthafte Verletzungsgefahr besteht jedoch nicht.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Was hat das Vernee Mars technisch zu bieten? Der verbaute 5,5-Zoll-Screen löst in Full HD auf. Bei der "Schärfe" gibt es also nichts zu meckern. Das verbaute Panel ist jedoch alles andere als hell. Vor allem bei Sonnenneinstrahlung fällt es schwer, den Screen im Freien abzulesen. Farbdarstellung und Blickwinkelabhängigkeit gehen dafür in Ordnung.

Als Prozessor kommt der MediaTek-Chip Helios P10 zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um einen Octa-Core-Chip, der mit bis zu zwei Gigahertz taktet und auf vier Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) zurückgreifen kann. Die RAM-Größe ist für diese Preisklasse ungewöhnlich. Spielt der Chip seine volle Rechenpower aus, bewegt er sich auf dem Niveau von Spitzengeräten aus dem Jahr 2015. Die Leistung reicht also auch für anspruchsvolle Spiele völlig aus.

Der Gerätespeicher fasst 32 Gigabyte an Daten, bei Bedarf lässt er sich per microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Das Vernee Mars erlaubt dabei auch die Einbindung der Speicherkarte in den Systemspeicher (Adoptable Storage). So könnt ihr nicht nur Musik und Fotos auf der SD-Karte speichern, sondern auch Apps und Spiele komplett auf die Karte verschieben.

Aber auch ohne zusätzliche Speicherkarte sollten Engpässe nicht allzu schnell auftreten. Vom Gerätespeicher stehen euch abzüglich der von System genutzten Daten satte 25 Gigabyte zur Verfügung. Vernee installiert nämlich keinerlei Bloatware auf den Geräten. Ab Werk finden sich nicht einmal alle Google-Apps auf dem Gerät. Maps, GMail und Co müsst ihr euch via Google Play herunterladen. Selbst die Google-App inklusive Now-Service ist in der von Vernee vorinstallierten Android 6.0-Version nicht vorhanden.

Abgesehen vom fehlenden Google-Paket handelt es sich bei der installierten Android-Version nahezu um Stock Android - also einer unangetasteten, puren Variante des Betriebssystems. Vernee hat dem System nur wenige Funktionen hinzugefügt - etwa die Möglichkeit die Navigationsbar um weitere Buttons anzupassen. Bleibt abzuwarten, ob sich das mit dem angekündigten Android 7.0-Update ändert.

Wer übrigens auf eine hohe Android-Sicherheitspatch-Ebene Wert legt, sollte um das Vernee Mars einen großen Bogen machen. Unser Testgerät befand sich sicherheitstechnisch noch auf den Stand von April 2016. Allerdings hat Vernee offenbar unter der Haube bereits Hand angelegt und den ein oder anderen Patch eingebaut, denn die erst im August 2016 entdeckte QuadRooter-Sicherheitslücke ist auf dem Vernee Mars bereits geschlossen.

Apropos Sicherheit. Das Vernee Mars bietet einen Fingerabdruckscanner. Er ist seitlich unterhalb des Einschalters platziert, und arbeitete im Test weitestgehend zuverlässig. Ihr könnt eure Daten also auch mittels Biometrie vor ungewollten Zugriffen schützen.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Wer viel telefoniert wird sich als Vernee Mars-Nutzer öfters anhören müssen, dass er doch endlich die Socke aus dem Mund nehmen soll. Die eigene Stimme wird nämlich nur sehr dumpf übertragen. Auch die Stimme des Gegenübers könnte klarer sein. Wer nicht viel telefoniert, wird sich daran jedoch nicht stören.

Praktisch: Das Vernee Mars bietet einen Slot für Micro- und einen Slot für Nano-SIMs. Ein Zuschneiden älterer SIM-Karten ist für die Nutzung des Smartphones also nicht unbedingt erforderlich. Wer jedoch den Nano-SIM-Slot nutzt oder gar zwei SIM-Karten zeitgleich im Vernee Mars verwenden will, muss auf die Möglichkeit verzichten den Gerätespeicher per microSD-Karte zu erweitern.

Strom erhält das Vernee Mars aus einem fest verbauten 3.000-Milliamperestunden-Akku. Dieser enttäuschte im Test. Im Akkutest von PCMark erzielte das Gerät eine Laufzeit von mageren sechs Stunden und 19 Minuten. Das sollte in der Praxis zwar für einen Arbeitstag reichen, abends muss das Vernee Mars dann aber dringend wieder an die Steckdose.

Immerhin unterstützt das Vernee Mars die Quick Charge-Technik Pump Express von MediaTek. Mit ihr bringt ihr den Smartphone-Akku binnen 84 Minuten von 0 auf 100 Prozent. Habt ihr nicht so viel Zeit, reicht auch bereits knapp eine halbe Stunde an der Steckdose, um die Akkustandsanzeige auf beruhigende 57 Prozentpunkte zu bringen. Geladen wird das Mars über einen USB C-Anschluss an der Unterseite.

Kamera

Dieses Bild wurde am frühen Morgen mit dem Vernee Mars geschossen.
Dieses Bild wurde am frühen Morgen mit dem Vernee Mars geschossen. (Quelle: netzwelt)

Für Fotos- und Videoaufnahmen stellt das Vernee Mars eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Frontkamera bereit. Von beiden Knipsen solltet ihr jedoch nicht zu viel erwarten. Die Testaufnahmen ließen Details vermissen und wiesen einen geringen Dynamikumfang auf. Ihr könnt euch einen ersten Eindruck von der Bildqualität an Hand des nachfolgenden Bildes machen. Weitere Kamera-Samples folgen in den nächsten Tagen.

Für Multimedia-Fans interessant: Das Vernee Mars ist auch als UKW-Empfänger geeignet. Leider sind die Speaker des Smartphones für audiophile Nutzer kein Genuss. Dagegen ist euer Küchenradio ein Klangkünstler.

Preis und Verfügbarkeit

Das Vernee Mars ist seit Ende September im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Smartphone lautet 249 Euro. Nachfolgend findet ihr aktuelle Angebote für das Vernee Mars.

Vernee Mars: Fazit

Schickes Metall-Phablet mit Schwächen 6.8/10

Das Vernee Mars glänzt im Test mit seiner guten Verarbeitung. Die schöne Optik kann jedoch nicht über die ein oder andere Unzulänglichkeit hinwegtäuschen. Die Akkulaufzeit ist mäßig, die Kamera verdient sich gerade mal das Prädikat ausreichend. Ihr müsst hier und da also Kompromisse machen. Dafür bekommt ihr in dieser Preisklasse aber ein Maximum an Hardware geboten.

Das hat uns gefallen

  • schickes Metallgehäuse
  • für ein 5,5-Zöller recht kompakt gebaut
  • gute Performance
  • USB C
  • Fingerabdruckscanner

Das hat uns nicht gefallen

  • mäßige Akkulaufzeit
  • mäßige Kamera
  • modifiziertes Android ohne Google Now
  • Display ist sehr dunkel
Testnote 6,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt als Dauerleihgabe von Vernee zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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7
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Bestenlisten

Vernee Mars wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Vernee Mars - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Vernee Mars im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Vernee Mars mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor MediaTek Helio P1
Display TFT Color (16M) 1080x1920px (5.5") 401ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 32 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Smartphone, Hersteller-Verzeichnis, Vernee und Vernee Mars.

Das Vernee Mars wurde ursprünglich mit Android 6.0.0 "Android Marshmallow" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Vernee Mars die Version 7.0.0 "Android Nougat" verfügbar.

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