Vergleich: Die besten VPN-Anbieter im Test

Die besten VPN-Anbieter im Test

Dirk Hottes - Profilbild
von Dirk Hottes
Teilen

Mit den leistungsstarken VPN-Lösungen von NordVPN, IPVanish, CyberGhost, TunnelBear, Hotspot Shield und weiteren surft ihr anonym und ohne Einschränkungen im Netz - allerdings nur gegen Bezahlung. Wir haben zahlreiche VPN-Dienste für Smartphone, Tablet und Computer getestet und mit kostenlosen Alternativen von Opera und Tor verglichen.

VPN-Anbieter im Vergleichstest.
VPN-Anbieter im Vergleichstest. (Quelle: netzwelt)

Wer mit Android, iOS, Windows oder macOS anonym im Netz unterwegs sein möchte, greift auf einen VPN-Server zurück: VPN-Software. Mithilfe solcher "Virtual Private Networks" schaltet ihr einen Server zwischen euch und das Internet. Wir haben bekannte und weniger bekannte VPN-Dienste miteinander vergleichen, unter anderem bewerten wir in diesem Artikel die Leistung von IPVanish, NordVPN, ExpressVPN, CyberGhost, TunnelBear, Hide My Ass!, Hotspot Shield VPN und Opera VPN.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie funktioniert ein VPN-Dienst?
  2. Kostenpflichtige und kostenlose Angebote
  3. Das beste Gesamtpaket bietet
  4. Die beste App für Android und iOS
  5. Die beste Serverauswahl
  6. Testfeld im Überblick
  7. Darauf gilt es beim Abschluss eines Abos zu achten
  8. Die verschiedenen VPN-Protokolle im Überblick
  9. Gratis-Angebote
  10. Wie wird ein VPN-Tunnel eingerichtet?
  11. Alternative: Tor
  12. Technische Alternativen: Proxy, SmartDNS oder VPN

Wie funktioniert ein VPN-Dienst?

Im Netz dient die IP-Adresse als ein Kennzeichen, welches die Identität von Nutzern preisgibt. Verschleiern lässt sich diese per VPN-Server, der euren Datenverkehr anonymisiert und verschlüsselt. Eine VPN-Software stellt zu diesem Zweck eine verschlüsselte Internetverbindung zu einem VPN-Server her, über welchen dann euer gesamter Datenverkehr sicher übertragen wird. Egal ob ihr nun Mails abruft, Webseiten ansurft oder Streaming-Dienste benutzt, euer Datenverkehr ist über die verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server geschützt. Dabei ist "nach Außen" lediglich der VPN-Server sichtbar, sodass eure Identität geschützt ist und ihr anonym surft.

Anzeige
Exklusives Sonderangebot für netzwelt-Leser
6 Monate geschenkt!

So lassen sich folglich auch Geo-Blockaden umgehen und für bestimmte Regionen gesperrte Webinhalte freischalten. Auf YouTube oder Webseiten ausländischer Streaming-Angebote etwa werdet ihr dann nicht mehr mit nervigen Sperrschildern ausgeschlossen - VPN-Server in entsprechenden Zielländern vorausgesetzt. Der Download von urheberrechtlich geschütztem Material unter Verwendung eines VPN als "Deckmantel" ist selbstverständlich illegal. Das Verschleiern der eigenen IP-Adresse sowie das Umgehen einer Geosperre hingegen ist erlaubt, wie ein Gutachten der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke zeigt.

Kostenpflichtige und kostenlose Angebote

Anbieter leistungsstarker VPN-Lösungen müssen eine weltweit verteilte Server-Infrastruktur aufbauen, verwalten und finanzieren. Die Nutzung entsprechender Dienste ist deshalb meist nicht oder nur eingeschränkt kostenlos möglich. Gängig sind in dieser Hinsicht Abo-Modelle, das meist günstiger sind, je länger der Abo-Zeitraum ausfällt. Einige Anbieter bieten zudem eingeschränkte kostenlose Versionen an. Entsprechendes vermerken wir stets in den Testberichten. Dieser Vergleich bezieht sich jedoch primär auf kostenpflichtige Angebote.

Wie wir testen

Unsere Tester verschaffen sich zunächst einen Marktüberblick und erfassen alle infrage kommenden Dienste. Dabei werden neben bekannten Marken auch kleinere Entwickler berücksichtigt. Aus dieser Masse an Diensten werden die aus Sicht der Redaktion relevanten Services einzeln getestet, die Testergebnisse anschließend gegenübergestellt und auch im Langzeittest verglichen.

30
Dienste in der Auswahl
15
ausprobiert
3
Experteninterviews
100+
Stunden aufgewendet

Aus insgesamt 30 infrage kommenden VPN-Services haben wir 15 Dienste ausprobiert, von denen wir letztendlich acht ausführlich getestet haben. In einem einheitlichen Schema finden sich Einzeltests zu jedem dieser Dienste auf netzwelt. Im Fokus der VPN-Tests stehen die Aspekte Geschwindigkeit, Nutzbarkeit, Sicherheit und das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein VPN-Dienst wird stets im Hintergrund genutzt und soll bei der Umsetzung anderer Ziele unterstützen. Entsprechend wichtig ist eine effektive, unauffällige Arbeitsweise des VPN-Services. Folglich sind im Test gute Servergeschwindigkeiten und eine flüssige Bedienbarkeit zugehöriger Software von großer Bedeutung. Nur so kann der Dienst die unterstützende Rolle erfüllen, die er innehat. Insbesondere wer auf VPN-Dienste zur sicheren Übertragung von Daten in öffentlichen Netzwerken angewiesen ist, schätzt hohe Sicherheitsstandards - sodass dieser Aspekt ebenso von großer Bedeutung in unseren Tests ist.

Wer wir sind, wie wir unsere Testversionen beziehen und wie sich netzwelt finanziert, erfahrt ihr auf unserer netzwelt-Transparenzseite.

Das beste Gesamtpaket bietet

Sicherheit für alle - außer MacOS

Mit einer großen Serverauswahl und guten Geschwindigkeiten kann CyberGhost als VPN-Dienstleister überzeugen. Die Nutzung garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit und Anonymität im Web. Aufgrund der bis zu sieben Geräte, die gleichzeitig genutzt werden können, sei der Dienst vor allem Nutzern empfohlen, die mit Smartphone, Tablet und Co. ausgestattet sind. Größter Kritikpunkt ist die überladene Bedienoberfläche.

  • Serverauswahl
  • Sicherheitsfeatures
  • Manuelle Konfiguration möglich
  • Günstig
  • Benutzeroberfläche
  • Veraltete Mac-Version
Nur für netzwelt-Leser - Zum Angebot! Ab 3,50 USD monatlich

Den Machern von CyberGhost gelingt eine optimale Kombination aus Umfang und Funktionalität. Zudem ist der Dienst derzeit einer der günstigsten. Wer auf weniger Serverstandorte oder Features angewiesen ist, findet weitere leistungsstarke VPN-Dienste in unserer Bestenliste.

Die beste App für Android und iOS

Ansprüche an VPN-Dienste auf Smartphone und Tablet unterscheiden sich von denen an Desktop-Geräten: Anstelle von manuellen Konfigurationsmöglichkeiten und schnellsten Bandbreiten steht hier die Bedienungsfreundlichkeit im Mittelpunkt. Hier kann TunnelBear seine Stärken ausspielen und uneingeschränkt überzeugen: Graphische Präsentation und Bedienbarkeit der Android- und iOS-Apps des Dienstes fallen einmalig gut aus. 500 Megabyte VPN-Volumen stehen Euch bei TunnelBear zudem monatlich kostenlos zur Verfügung - diese werden am Mobilgerät deutlich längerfristig nützlich sein, als am datenhungrigeren Computer. Insgesamt ist TunnelBear damit in kostenloser und kostenpflichtiger Version die erste Wahl für Nutzer, die einen VPN für die mobile Nutzung benötigen.

Hohe Standards, wenige Server

TunnelBear besticht mit hohen Sicherheitsansprüchen, Transparenz, einer besonders ansprechenden Bedienoberfläche und geräteübergreifend einheitlicher Funktionsweise. Die Serverauswahl gestaltet sich mit 21 Staaten solide, kann sich aber nicht aus der Konkurrenz hervorheben. Bedauerlich ist die fehlende Möglichkeit der manuellen Serverkonfiguration. Wer den Dienst lediglich auf den gängigen Systemen benötigt, findet dennoch insbesondere im jährlichen VPN-Abo ein faires Angebot.

  • Erstklassige Bedienung
  • AES 256-Bit Verschlüsselung / Unabhängige Sicherheitsevaluation
  • Gute Geschwindigkeiten
  • Transparentes Unternehmen
  • Relativ wenige Staaten verfügbar
  • Keine manuelle Server-Konfiguration

Die beste Serverauswahl

Wer auf der Suche nach besonders exotischen Server-Standorten ist, greift zu ExpressVPN, NordVPN oder Hide My Ass, welche für sich genommen alle solide Services bieten. Auch erlauben die drei Dienste dieser Auflistung einen manuellen Verbindungsaufbau per Router und Co.

  • Serverauswahl
  • Sicherheitsfeatures
  • Manuelle Konfiguration möglich
  • Günstig
  • Benutzeroberfläche
  • Veraltete Mac-Version
  • Sehr gute Download-Geschwindigkeit
  • Große Serverauswahl
  • Manuelles Setup inklusive DNS möglich
  • Teils langsamer Verbindungsaufbau
  • Gute, aber ausbaufähige Software
  • Sicherheit
  • Software-Design
  • Monats-Abo teuer
  • Verbindungsabbrüche

Schauen wir uns die Bestenliste insgesamt an: Mit Hotspot Shield, NordVPN und TunnelBear finden sich Anbieter im Vergleich, die uns mit hervorragender Performance und einer besonders praktischen Menüführung überzeugen konnten. Während sich die technischen Sicherheitsstandards der einzelnen Services großteils ähneln, finden sich durchaus große Unterschiede in der Transparenz der Anbieter, sowie in Standort und Anzahl verfügbarer Server.

Bestenliste: Vergleich: Die besten VPN-Anbieter im Test

In unserem VPN-Vergleich findet ihr alle getesteten VPN-Anbieter. Besonderes Augenmerk legen wir auf Geschwindigkeit, Bedienung und verfügbare Server-Standorte.

  • 8.6

    CyberGhost


    Mit einer großen Serverauswahl und guten Geschwindigkeiten kann CyberGhost als VPN-Dienstleister überzeugen. Die Nutzung garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit und Anonymität im Web. Aufgrund der bis zu sieben Geräte, die gleichzeitig genutzt werden können, sei der Dienst vor allem Nutzern empfohlen, die mit Smartphone, Tablet und Co. ausgestattet sind. Größter Kritikpunkt ist die überladene Bedienoberfläche.

    CyberGhost bestellen Zum Testbericht
  • 8.5

    ProtonVPN


    Serverauswahl und -geschwindigkeiten machen ProtonVPN zu einem soliden Angebot. Wirklich überzeugend ist der Dienst dank einer guten Software und dem transparenten Schweizer Unternehmen als Betreiber.

    ProtonVPN bestellen Zum Testbericht
  • 8.4

    TunnelBear VPN


    TunnelBear besticht mit hohen Sicherheitsansprüchen, Transparenz, einer besonders ansprechenden Bedienoberfläche und geräteübergreifend einheitlicher Funktionsweise. Die Serverauswahl gestaltet sich mit 21 Staaten solide, kann sich aber nicht aus der Konkurrenz hervorheben. Bedauerlich ist die fehlende Möglichkeit der manuellen Serverkonfiguration. Wer den Dienst lediglich auf den gängigen Systemen benötigt, findet dennoch insbesondere im jährlichen VPN-Abo ein faires Angebot.

    Jetzt kostenlos ausprobieren Zum Testbericht
  • 8.3

    ExpressVPN


    Mit hohen Download-Geschwindigkeiten und großer Serverauswahl kann ExpressVPN überzeugen. Auch die zugehörige Software hinterlässt einen positiven Eindruck - wenngleich hier einige Ergänzungen wünschenswert wären. Größter Kritikpunkt ist die teilweise recht langen Dauer des Verbindungsaufbaus zum VPN-Server der Wahl. Dennoch gilt: Wer besonders viele Hochgeschwindigkeits-Server und eine starke Sicherheit sucht, wird bei ExpressVPN fündig. Genügen auch einige Server weniger, findet ihr in unserer Bestenliste entsprechend preisgünstigere Alternativen.

    Jetzt kostenlos ausprobieren Zum Testbericht
  • 8.1

    NordVPN


    Mit einer Mischung aus Sicherheit und schicker Bedienoberfläche kann NordVPN im Test überzeugen. Ebenso glänzt der Dienst mit zahlreichen unterstützten Endgeräten. Im Bereich Länderauswahl und Servergeschwindigkeit schneidet die Konkurrenz allerdings teils leicht besser ab. Ärgerlich sind sporadische Verbindungsabbrüche zu VPN-Servern ohne erkennbaren Grund.

    Einen Monat kostenlos testen Zum Testbericht
  • 7.8

    VyprVPN


    Wer sich Sorgen um die Sicherheit der eigenen Daten bei Verwendung von VPN-Anbietern aus der Karibik oder Asien macht, findet in VyprVPN eine gute Alternative, die Datenschutz nach Schweizer Standard verspricht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Dienstes fällt fair aus, zudem könnte sich das Chameleon-Protokoll für Kunden als nützlich erweisen, die einschlägige Staaten besuchen.

    VyprVPN bestellen Zum Testbericht
  • 7.8

    Hide my Ass!


    Server in beinahe allen Staaten der Welt bieten wenige VPN-Dienste. Insbesondere, wer auf die exotischen Server-Standorte der Hide My Ass-Infrastruktur angewiesen ist, sollte deshalb ein Abo in Erwägung ziehen. Liegt euer Interesse hauptsächlich auf der mobilen Android- und iOS-Version, können wir aktuell aufgrund von Verbindungsabbrüchen nicht zu HMA raten. Sehr ärgerlich ist außerdem die offenbar eingeschränkte Erstattungs-Richtlinie.

    Hide my Ass! bestellen Zum Testbericht
  • 7.7

    Hotspot Shield Elite VPN


    Hotspot Shield Elite gelingt die optimale Kombination aus Geschwindigkeit, Sicherheit und Bedienbarkeit. Vermisst wurde im Test lediglich die Möglichkeit der manuellen VPN-Konfiguration am Router und Co. Schade, dass das Image unter der durch dubiose Werbetaktiken in Verruf geratenen Free-Version leidet.

    45 Tage kostenlos testen Zum Testbericht
  • 7.6

    IvacyVPN


    Zahlreiche Server mit guten, nicht aber überragenden Geschwindigkeiten bietet Ivacy zum fairen Preis. Auf Schwächen stoßen wir in der zugehörigen Software - welche sich jedoch erfreulicherweise durch die VPN-Anwendung der Wahl ersetzen lässt. Fraglich ist, wie strikt das Unternehmen sich im Rahmen wenig restriktiver Datenschutzgesetze in Singapur tatsächlich an seine Datenschutzversprechen hält.

    IvacyVPN bestellen Zum Testbericht
  • 7.5

    KeepSolid VPN Unlimited


    KeepSolid bietet ein gutes VPN-Angebot, das sich jedoch in keinem Aspekt von der Konkurrenz hervorheben kann. Die undurchsichtige Unternehmensstruktur verhilft dem Angebot zudem zu keinem außerordentlich positiven Image.

    KeepSolid VPN Unlimited bestellen Zum Testbericht
  • 7.5

    IPVanish


    IPVanish überzeugt mit fantastischen Geschwindigkeiten und einer großen Serverauswahl. Den Gesamteindruck schmälern allerdings die nur mäßig stabilen Desktop- und Mobilanwendungen. Zu vergleichbaren Preisen bieten Konkurrenten TunnelBear und HotspotShield stabilere Produkte an - die wiederum weniger Möglichkeiten der manuellen Serverwahl bieten.

    Jetzt kostenlos ausprobieren Zum Testbericht
  • 7.2

    PureVPN


    Während uns die PureVPN-Infrastruktur überzeugen kann, stoßen wir in der zugehörigen Software auf gravierende Mängel. Mehr Funktionen führen hier nicht zu einem besseren Produkt - vor allem, weil es an einigen simplen Kernfunktionen fehlt.

    PureVPN bestellen Zum Testbericht
  • 7.0

    hide.me VPN


    Insgesamt bietet hide.me einen soliden Service. Serverzahl und -geschwindigkeiten stehen jedoch in keinem Verhältnis zum hohen Preis des Abos. Unsere VPN-Bestenliste offenbart günstigere Dienste mit mehr Leistung. Überzeugen hingegen kann die kostenfreie hide.me-Version, die mehr Inklusivvolumen bietet, als viele Konkurrenten.

    Jetzt kostenlos ausprobieren Zum Testbericht
  • 6.8

    Opera VPN


    Einen Sicherheitsgewinn darf sich niemand aus der Nutzung von Opera VPN versprechen. Wohl aber gelingt die Anonymisierung gegenüber Webseiten mit Geoblockade - solange die Geschwindigkeitsansprüche nicht allzu hoch sind und die fünf Länder umfassende Serverauswahl genügt.

    Opera VPN bestellen Zum Testbericht
VPN-Anbieter Windows macOS Linux Android iOS Verf. Länder Kosten/Monat
CyberGhost 25+ ab 1,79 Euro
ExpressVPN 145+ ab 7,00 Euro
hide.me 28 ab 0,00 Euro
Hide my Ass! 190+ ab 4,99 Euro
Hotspot Shield 85+ ab 0,00 Euro
IvacyVPN 100+ ab 3,00 Euro
IPVanish 60+ ab 4,29 Euro
NordVPN 55+ ab 5,05 Euro
Tunnelbear VPN 20+ ab 0,00 Euro
Opera VPN 5+ ab 0,00 Euro
PureVPN 141 ab 2,00 Euro

Darauf gilt es beim Abschluss eines Abos zu achten

1 von 3
  • Serverstandorte

    Je nach Anwendungszweck sind bei der Serverauswahl verschiedene Faktoren von Relevanz: Sucht ihr nach einer Möglichkeit, euren Datenverkehr zu verschlüsseln, sind Server möglichst nahe eures eigenen Standorts praktisch - so fallen Reaktionszeit- und Geschwindigkeitseinbußen geringstmöglich aus.

    Wer primär Ländersperren umgehen möchte, achtet auf möglichst zahlreiche Server in der Zielregion. Je weniger Server ein Dienst im Zielland hat, desto wahrscheinlicher, dass Streaming-Dienste wie Netflix diese kennen und euren Zugriff blockieren. Je mehr Server sich im Zielland befinden, desto besser folglich die Chance, erfolgreich streamen zu können.

    Wer von vorn herein weiß, welche Server benötigt werden, kann sich bei der Wahl des VPN-Dienstes auf diese beschränken - und so potentiell beim Abo Geld sparen.

Zurück
Weiter

Die verschiedenen VPN-Protokolle im Überblick

VPN-Anbieter setzen verschiedene Sicherheitsprotokolle ein, mit denen eure Verbindung geschützt und verschlüsselt wird. Diese legen fest, wie Sender und Empfänger miteinander kommunizieren. Nachfolgend zeigen wir euch die gängigsten Technologien, die aktuell eingesetzt werden.

PPTP (Point-to-Point Tunneling Protocol)

Das Point-to-Point Tunneling-Protokoll wurde unter der Obhut der Microsoft Corporation entwickelt. Es setzt auf eine Vielzahl von Authentifizierungsmethoden wie MS_CHAP v2, verschlüsselt wird mit 128-Bit. Allerdings wies diese Technologie in der Vergangenheit schwere Sicherheitslücken auf und konnte über diese innerhalb von 2 Tagen geknackt werden. Es ist zwar schnell und einfach einzurichten, allerdings wurde durch Edward Snowdens Enthüllungen bekannt, dass die NSA PPTP ohne Schwierigkeiten entschlüsseln kann.
Microsoft selbst hat die Sicherheitslücken zwar gepatcht, jedoch wird vom Verwenden abgeraten.

L2TP und L2TP/IPsec (Layer 2 Tunneling Protocol/Internet Protocol Security)

L2TP (Layer 2 Tunnel Protokoll) bietet per se keine Verschlüsselung und keinen Datenschutz für den Datenverkehr. Daher wird es meist im Zusammenspiel mit weiteren Protokollen, die als Ipsec bekannt sind, verwendet. Die Daten werden damit vor der Übertragung mit 256-Bit verschlüsselt. Die L2TP/IPsec-Technologie gilt als sicher und wird von allen modernen Geräten und Betriebssystem unterstützt.

OpenVPN Zum Download

Open VPN ist eine Open-Source-Technologie, die SSLv3/TLSv1-Protokolle und die OpenSSL-Bibliothek nutzt. Dabei kommen zudem verschiedenste kryptographische Algorithmen wie 3DES, AES, Camellia, Blowfish oder CAST-128 zum Einsatz. Viele VPN-Anbieter arbeiten mit einer 160- beziehungsweise 256-Bit-Verschlüsselung. Die Technologie gilt als sehr sicher und kann aufgrund des offenen Quellcodes auf Hintertüren geprüft werden. Allerdings wird bei der Einrichtung je nach Plattform eine Software von Drittanbietern benötigt, zudem ist die Unterstützung auf Mobilgeräten derzeit noch verbesserungswürdig. Dafür punktet OpenVPN aber mit einer hohen Geschwindigkeit, auch über weite Entfernungen hinweg.

SSTP (Secure Socket Tunneling Protocol)

SSTP wurde von Microsoft in Windows Vista Service Pack 1 eingeführt. Es verwendet SSL v3 und ist ein stabiles und einfach zu verwendendes VPN-Protokoll. SSTP gilt als sicher und ist vollständig in Windows integriert. Allerdings gibt es Spekulationen über eingebaute Hintertüren, da Microsoft bekanntermaßen mit der NSA zusammengearbeitet hat. Da es sich um einen proprietären Standard handelt, lässt sich dies aber nicht überprüfen.

IKEv2 (Internet-Key-Exchange-Protokoll: Version 2)

IKEv2 ist ein Ipsec-basiertes Tunneling-Protokoll. Entwickelt wurde es von Microsoft in Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsunternehmen Cisco. Die Technologie ist seit Windows 7 in das Betriebssystem integriert und zudem unter anderem für Linux oder Blackberry-Geräte verfügbar. IKEv2 gilt als sehr sicher und nutzt verschiedene Verschlüsselungsverfahren wie 3DES, AES, AES 256. Leider ist die Anzahl an unterstützten Plattformen überschaubar, dafür kann das Protokoll abgebrochene Internetverbindungen automatisch wieder per VPN aufbauen.

SoftEther

SoftEther ist eine Open-Source-Alternative zu OpenVPN. Die kostenlose VPN-Lösung unterstützt neben zwei eigenen Protokollen auch OpenVPN, L2TP/Ipsec, SSL-VPN und SSTTP. Die Plattform-Unterstützung ist weitreichend und deckt unter anderem Windows, FreeBSD, Solaris und macOS ab. Auch hier liegt der Vorteil im offenen Quellcode, der jederzeit auf Hintertüren geprüft werden kann. SoftEther gilt als eine sehr sichere Technologie und verschlüsselt per SSL/TLS auf Basis von AES-256.

Catapult Hydra

Catapult Hydra ist ein proprietäres Protokoll, das vom Softwareunternehmen AnchorFree entwickelt wurde. Das Protokoll verschlüsselt mit SSL/TLS und setzt dabei auf einen 2048-Bit-Schlüssel. Da es sich um keine Open-Source-Lösung handelt, kann die Technologie nicht auf Hintertüren überprüft werden. Das Unternehmen selbst sagt dazu, dass Catapult Hydra von Experten geprüft wurde und unter anderem auch von verschiedenen Sicherheitsunternehmen verwendet wird. Punkten soll das Protokoll vor allem durch eine sehr sichere und gleichzeitig schnelle VPN-Verbindung.

Gratis-Angebote

Völlig kostenlos war das OperaVPN-Angebot, das zum 30.04.2018 eingestellt wurde. Aber Achtung, hier handelte es sich ohnehin nur um einen Proxy und keinen VPN-Server im eigentlichen Sinne. Wichtiger Unterschied: Ein Proxy bietet keinen Sicherheitsgewinn. Die Geschwindigkeit und Serverauswahl fallen stark eingeschränkt aus. Anbieter wie TunnelBear, CyberGhost und HotspotShield bieten zudem hin und wieder kostenlose Basisversionen ihrer Produkte an, die allerdings entweder eine eingeschränkte Serverauswahl, langsamere Geschwindigkeiten oder begrenztes Datenvolumen beinhalten.

Wer selten und für kurze Zeit anonym surfen möchte, findet die passende Lösung in den kostenlosen Angeboten. Wer ernst- und dauerhaft anonymisieren möchte und auf eine breite Serverauswahl angewiesen ist, sollte einem der kostenpflichtigen Dienste mit guter Wertung greifen.

Wie wird ein VPN-Tunnel eingerichtet?

Die einfachste Variante ist die Nutzung der bereitgestellten Software des VPN-Anbieters. Alle im Test aufgeführten Dienste bieten euch solch einen VPN-Client. Wenn ihr die Chance habt, solltet ihr diese - das erleichtert euch die Einrichtung.

Alternativ bleiben euch zwei Wege: Ihr könnt die im Betriebsystem integrierte Funktion zur VPN-Einrichtung ( Netzwerk-Einstellungen) nutzen, oder ihr verwendet etwa den VPN-Client "OpenVPN". In beiden Fällen benötigt ihr die Zugangsdaten beziehungsweise die "Schlüssel" zum VPN-Server. Die Schlüssel kommen in Form von Dateien daher und müssen im entsprechenden Ordner abgelegt werden. Für die Einrichtung über die Betriebssystem-Funktionen benötigt ihr nur die Zugangsdaten. Entsprechende Daten erhaltet ihr vom VPN-Anbieter, sofern dieser ein manuelles Setup unterstützt.

Alternative: Tor

Mit Tor gibt es ein offenes, kostenloses Gegenstück zu den VPN-Anbietern. Das Tor Browser-Bundle startet einen eigenen Browser, eine zusätzlich abgesicherte Firefox-Version, und verbindet euch mit dem Tor-Netzwerk. Im Gegensatz zu den kommerziellen VPN-Anbietern steckt dahinter keine von einem Unternehmen betriebene Server-Farm, sondern ein dezentrales Netzwerk, bei dem jeder Tor-Nutzer auch als Tor-Server fungieren kann - genau wie bei den früher populären P2P-Tauschbörsen eMule und Co.

Das Positive: Ihr müsst euch um gar nichts kümmen. Startet einfach Tor und nutzt den Browser - fertig. Zwei Nachteile gibt es aber dennoch: Zum einen könnt ihr nicht nach Belieben Länder und Server wählen, zum anderen ist die Bandbreite hier leider sehr oft Glückssache. Im Test konnten wir durchgehend hervorragende zehn Megabit/Sekunde verzeichnen, frühere Tests brachten aber immer wieder gruselige Bandbreiten unterhalb von ISDN-Geschwindigkeit hervor.

VPN-Clients und -Apps

Mit VPN-Clients und -Apps stellt ihr eine Verbindung zu VPN-Servern her. Die meisten dieser Anwendungen sind an einen bestimmten Dienst gebunden - zu dem die Verbindung dann mit wenigen Klicks hergestellt wird.

22 Programme

Technische Alternativen: Proxy, SmartDNS oder VPN

Neben VPN-Diensten stehen euch mir Proxies und SmartDNS-Diensten weitere technische Alternativen zur Verfügung. Zumindest dann, wenn es euch um das Umgehen von Geo-Blocking geht - eine echte Alternative zu den angesprochenen Sicherheitsfunktionen der VPN-Dienste gibt es nicht. Nur "echte" VPNs verschlüsseln nämlich euren Traffic, Proxies hingegen routen zwar euren Datenverkehr über fremde Server, verschlüsseln diesen aber nicht. Gleiches gilt für SmartDNS-Dienste, diese routen nur einen Bruchteil eures Datenverkehrs über andere Server um eine andere Herkunft vorzugaukeln.

Ein letzter Tipp zur Sicherheit: Trotz VPN, verschlüsselter Verbindungen oder dezentralem Tor-Netzwerk - hundertprozentige Sicherheit werdet ihr nie erreichen, aber so lange euer Vorhaben euch nicht auf die Liste der meistgesuchten Verbrecher bugsiert, ist eure Anonymität weitestgehend gewährleistet - Aufwand und rechtliche Hürden über die VPN-Anbieter und ausländische Server an Ihre Daten zu kommen, sind enorm hoch.

Habt ihr euch für einen VPN-Dienst entschieden, erklären wir euch an gesonderter Stelle die Einrichtung der verschiedenen VPN-Clients.

7
Bewertung

Hier kannst du die Bestenliste "Vergleich: Die besten VPN-Anbieter im Test" bewerten.

Die aktuelle Wertung liegt aktuell bei 7 von 10 möglichen Punkten bei 183 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

zur
Startseite

zur
Startseite